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Dr. Sexpert ist eine Diplom-Psychologin
aus Deutschland. Hier ist das Archiv ihrer Antworten
zu Herzschmerz, Lustfrust und Liebeswehwehchen. Du
findest hier kompetente Beratung zu Liebe, Sex, Beziehungen
sowie sexuellen Vorlieben, Praktiken und Problemen.
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Frage: Ich bin 31 Jahre alt und
habe gerne Oralsex. Ich würde gerne Schokolade
und ähnliche Sachen in die Vagina meiner Freundin
einführen und sie herauslecken. Ist das sicher
und was für Lebensmittel sollten wir benutzen?
Antwort: Gut, daß Du nachfragst: Leider
ist Lebensmittelsex überhaupt nicht safe! Er kann
nämlich die Scheidenflora angreifen. Die Scheidenflora
ist "sauer". Du erinnerst Dich vielleicht
noch an den Chemie-Unterricht: Das Maß für
Säuren und Basen/Laugen ist der pH-Wert. Die Skala
geht von 0 bis 14. Wasser hat den pH-Wert 7 und ist
neutral. Säuren haben einen pH-Wert von 0 bis
7, Laugen entsprechend 7 bis 14. Die gesunde Scheidenschleimhaut
hat einen pH-Wert von 4 bis maximal 4,4. Das ist ein
Wert, bei dem die meisten Bakterien und Pilze nicht
überleben können, obwohl sie sich sonst in
der warmen feuchten Vagina bevorzugt aufhalten würden.
Die Säure, die für das saure Klima in der
Vagina sorgt, ist Milchsäure. Sie wird durch spezielle
Milchsäurebakterien produziert. Eine aus dem Lot
geratene Scheidenflora ist kein Vergnügen: Entzündungen
und auch sehr langwierige und ansteckende Pilzinfektionen
können die Folge sein. Um eine gesunde, saure
Scheidenflora zu erhalten, sollte nicht zu viel mit
Seife gewaschen werden, da Seifen eben Laugen sind
und einen sehr hohen pH-Wert haben, was den wichtigen
Milchsäurebakterien nicht behagt.
Zudem sollte auch nichts Zuckerhaltiges an die Scheidenschleimhaut
kommen. Denn Zucker ist der ideale Nährboden für
Pilze, gegen die die Scheidenflora ja ankämpfen
muß. Honig, Speiseeis, Schokolade, Sahne usw.
kannst Du gern oral genießen - aber die Scheidenflora
Deiner Freundin sollte dabei immer komplett aus dem
Spiel gelassen werden. Hier geben Filme wie etwa "9
1/2 Wochen" leider ein sehr schlechtes Vorbild.
Auf keinen Fall nachahmenswert ist auch das oft zitierte
Benutzen von Bananen, Zucchini oder Gurken als Dildos
- auch hier besteht Infektionsgefahr, sofern man keine
Kondome verwendet. Es gibt jedoch eine medizinisch
unbedenkliche Variante des Lebensmittelsex: Benutzt
reinen Naturjoghurt ohne Zusatzstoffe. Im Joghurt ist
nämlich Milchsäure drin, da freut sich die
Scheidenflora. Und in der Sommersaison ist etwas leichtere
Kost ja auch für Dich bekömmlicher. Viel
Spaß! |
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Frage: Als ich vor kurzem meinen
Freund oral befriedigt habe, ist etwas Schreckliches
passiert: er ist, ohne daß wir vorher darüber
gesprochen haben, dabei gekommen, und ich habe seinen
Saft geschluckt. Nun wollte ich wissen, ob es irgendwelche
Folgen für mich haben kann? Und dann kann ich
nicht verstehen, daß er mich vorher nicht fragen
konnte. Schließlich war es erst das zweite Mal,
daß ich ihn mit dem Mund befriedigt habe. Ist
es nicht selbstsüchtig von ihm? Und zum Schluß
wollte ich noch fragen, wie es normalerweise schmecken
sollte, da es mir ziemlich bitter vorkam. Ich würde
mich sehr freuen, wenn Sie mir antworten würden.
Anonym
Antwort: Samenflüssigkeit an sich ist völlig
ungiftig. Allerdings ist zu beachten, daß im
Falle einer HIV-Infektion des Mannes die Samenflüssigkeit
HI-Viren in recht hoher Konzentration enthält,
so daß eine Ansteckung möglich ist, wenn
die Viren über eine kleine Wunde (z.B. Zahnfleischbluten)
in Deinen Blutkreislauf gelangen. Sofern Du nicht genau
weißt, daß Dein Partner HIV-negativ ist,
besteht also bei ungeschütztem Oralverkehr jedes
Mal die Gefahr, daß Du Dich mit HIV infizierst.
Gerate aber deswegen jetzt bitte nicht in Panik. Die
Wahrscheinlichkeit, daß Du Dich gerade beim letzten
Mal angesteckt hast, ist sehr gering. Allerdings solltet
Ihr in Zukunft bei Eurem Sex Sicherheit mitbedenken.
Sprecht unbedingt über HIV-Prävention (z.B.
Verwendung von Kondomen, AIDS-Test) und bei der Gelegenheit
am besten gleich auch über Schwangerschaftsverhütung,
falls Ihr das nicht ohnehin schon getan habt.
Nicht abgesprochene Aktionen, wie zum Beispiel unangekündigtes
Ejakulieren in Deinem Mund, sollte Dein Freund nicht
bringen, da dies mit medizinischen Risiken verbunden
ist und er Dir damit außerdem den Spaß
am Oralsex verderben kann. Deiner Schilderung ist zumindest
zu entnehmen, daß Du diese "Überraschung"
nicht so toll fandest. Möglicherweise hat Dein
Freund Dich absichtlich nicht vorher gefragt, um Dir
einfach seine Wunschvorstellung aufzudrängen,
was dann tatsächlich selbstsüchtig und unfair
ist. Schließlich sollte Euer Sex Dir durchgängig
Spaß machen und Du solltest nichts tun müssen,
was Dir schrecklich vorkommt. Nimm diese blöde
Situation zum Anlaß, Deinem Freund deutlich zu
sagen, daß Du im Bett nicht von ihm überrumpelt,
sondern gefragt werden willst, wenn es darum geht,
auf sexuellem Gebiet Neues auszuprobieren. Versuche
Dir auch selbst über Deine Gefühle und Wünsche
klarzuwerden und Grenzen abzustecken. Wenn bestimmte
Dinge Dir momentan nicht so zusagen oder auch zu unsicher
erscheinen, dann sage ihm das deutlich. Eine Möglichkeit
wäre zum Beispiel, daß Ihr beim Oralsex
ein Kondom benutzt.
Daß Samenflüssigkeit etwas bitter schmeckt,
ist normal, wobei der Geschmack individuell etwas variiert
und zudem davon abhängt, was der Mann vorher gegessen
hat. Ob man oder frau Samenflüssigkeit im Mund
haben und vielleicht auch schlucken mag, ist abgesehen
von den Sicherheitsaspekten im wahrsten Sinne des Wortes
Geschmackssache. Aber es ist auch Gefühlssache.
Manche mögen den charakteristischen Geschmack
von Samenflüssigkeit. Andere finden den Geschmack
an sich eigentlich nicht so lecker, mögen aber
das besondere Gefühl von Intimität und Nähe,
das mit dem Austausch von Körperflüssigkeit
verbunden ist. Wieder andere finden es grundsätzlich
eher eklig, Ejakulat im Mund zu haben und verzichten
ganz darauf. Es gibt da kein richtig oder falsch. Du
kannst nur Schritt für Schritt für Dich selbst
herausfinden, welche Form von Sex Dir mit dem konkreten
Partner Vergnügen bereitet. |
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Frage: Ich wollte Sie bezüglich
des "Cunnilingus" um Rat fragen. Ich würde
gerne wissen, wie eben dieser funktioniert, ob ich
bei meiner Freundin da die Schamlippen auseinanderziehe,
um ihr dann an der Klitoris herumzulecken, oder erregt
es sie auch, wenn ich mit der Zunge in die Vagina selbst
hineinfahre? Wie finde ich die Klitoris eigentlich?
Vergrößert sie sich unter Erregung? Ach
noch was, kann ich mich beim Oralverkehr mit einer
Frau mit Aids anstecken? Kann man geschüzten Oralverkehr
mit einer Frau betreiben?
Gruß S.G.
Antwort: Die Klitoris befindet sich an der Stelle,
an der die inneren Schamlippen zusammenlaufen. Die
Klitoris ist sehr empfindlich und unter der Klitorisvorhaut
verborgen. Bei Erregung vergrößert sich
die Klitoris und wird hart. Auch die Schamlippen schwellen
an. Der Orgasmus der Frau wird gewöhnlich durch
Stimulation der Klitoris ausgelöst, wobei diese
Stimulation direkt an der Klitoris oder indirekt (z.B.
durch Stimulation der Schamlippen oder der Vagina)
erfolgen kann. Da die Klitoris so empfindlich ist und
bei direkter Berührung leicht schmerzt, bevorzugen
viele Frauen eine indirekte Stimulation, etwa durch
Reiben oder Lecken der Schamlippen in der Nähe
der Klitoris. Welche Art der Stimulation (z.B. waagerecht,
senkrecht oder kreisend) eine Frau an welcher Stelle
ihres Geschlechts und in welcher Stärke und Geschwindigkeit
besonders gerne mag, ist individuell sehr verschieden.
Manche Frauen mögen beim Gelecktwerden ein Eindringen
mit der Zunge oder mit dem Finger, andere empfinden
das eher als störend. Da mußt Du Deine Freundin
fragen.
Ideal wäre es zudem, wenn Du mal mit Deiner Freundin
zusammen masturbierst, so daß Du beobachten kannst,
wo und mit welchen Bewegungen sie sich selbst anfaßt.
Damit hast Du dann schon einen Eindruck davon, wie
sie am besten stimulierbar ist. Zudem kannst Du sie
auch während des Cunnilingus immer mal fragen,
falls Du Dir unsicher bist, ob es ihr gefällt,
was Du gerade tust. Wenn Du ihr beim Cunnilingus nicht
nur eine schöne Zeit bereiten, sondern sie auch
zum Orgasmus bringen willst, ist es wichtig, eine gewisse
Ausdauer an den Tag zu legen. Wenn Du einen Rhythmus
gefunden hast, der ihr gefällt, solltest Du dabei
bleiben und nicht ständig wechseln. Genieße
es, Deine Freundin in Deinem Mund zu spüren und
bleibe am Ball. Wenn Du merkst, daß sie sich
dem Orgasmus nähert und unruhiger wird, mache
genauso weiter und verstärke nur den Druck etwas.
Viele Frauen lassen sich entmutigen, wenn sie nicht
nach drei Minuten Oralsex zum Orgasmus kommen, weil
sie denken, daß es dem Mann zu anstrengend wird.
Wenn Du es ernst meinst mit Cunnilingus, ist es deswegen
gut, Begeisterung an den Tag zu legen und Deiner Freundin
zu verdeutlichen, wieviel Spaß es Dir macht,
sie zu lecken. Rechne nicht damit, daß sie gleich
beim ersten Mal Cunnilingus kommt, sondern plant eine
gewissen Übungsphase ein.
Was Sicherheit betrifft, so ist zu sagen, daß
sowohl im Vaginalsekret (in geringer Konzentration)
als auch im Menstruationsblut (in hoher Konzentration)
HI-Viren vorhanden sind, sofern eine Frau HIV-positiv
ist. Geschützter Oralsex mit einer Frau sieht
so aus, daß man einen "Gummi" vor das
Geschlecht hält, während man leckt. Dazu
schneidet man entweder ein Kondom auf oder benutzt
einen sogenannten "Dental Dam", das ist ein
kleines rechteckiges Latex-Tuch, das auch beim Zahnarzt
verwendet wird. |
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