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Dr. Sexpert ist eine Diplom-Psychologin aus Deutschland. Hier ist das Archiv ihrer Antworten zu Herzschmerz, Lustfrust und Liebeswehwehchen. Du findest hier kompetente Beratung zu Liebe, Sex, Beziehungen sowie sexuellen Vorlieben, Praktiken und Problemen.

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Fetische & SM Themen

Frage: Ich liebe Sex über alles. Aber vor kurzem habe ich bemerkt, daß ich auf die harte Tour stehe. Das heißt ich will, daß meine Frau mich dominiert, also streng ist und mir sagt, was ich zu tun habe. Ich möchte von meiner Frau als Sexobjekt benutzt werden. Meine Frau weiß davon, aber sie traut sich nicht so richtig, sich auf diese Art von Sex einzulassen. Wie kann ich ihr den Einstieg erleichtern?
Gruß, Tom

Antwort: Hallo Tom! Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch, daß Du mit Deiner Frau über Deinen Wunsch sprechen konntest und offensichtlich die Basis für gemeinsame Experimente gegeben ist. Da steht Euch ja eine interessante Zeit bevor! Sehr gut ist es auch, sich im Vorfeld über einen günstigen Einstieg Gedanken zu machen und nichts zu überstürzen. Hier ein paar Tips für Euch:

  • Es gibt Tausende von Varianten und Abstufungen, wenn es um die "harte Tour" beim Sex geht. Im ersten Schritt solltet Ihr also durch gemeinsame Lektüre (Erfahrungsberichte, Magazine) und Gespräche abstecken, in welche Richtung die Sache bei Euch laufen soll. Welche Art von Rollenverteilung, Vokabular, Outfit, Equipment, Location usw. schwebt Euch vor? Ein sehr guter Ansatzpunkt wäre gefunden, wenn Ihr gemeinsam Szenarien gedanklich durchspielen könnt, die Euch beide erregen. Setze Deiner Frau nicht schon ein fertiges Drehbuch vor, sondern malt Euch gemeinsam etwas aus.

  • Erst wenn die Theorie klappt und ein gemeinsamer Nenner gefunden ist, solltet Ihr Euch an erste praktische Schritte heranwagen. Günstig ist es, mit einer einfachen Szene zu beginnen und sie vielleicht auch mit bewährten Elementen Eures Sexlebens zu kombinieren. Zu viel Neues auf einmal erzeugt sonst mehr Unsicherheit und Lampenfieber als Geilheit. Falls es Deine Frau z.B. mag, von Dir geleckt zu werden, kann sie dies durch betont anspruchsvolles, launisches oder herrisches Gebaren sehr gut in eine Szene umwandeln. Sowas ist als Einstieg günstiger als gleich die sprichwörtliche Peitsche zu schwingen.

  • Insgesamt seid Ihr gut beraten, wenn Ihr mit Neugier, Geduld und Humor an die Sache herangeht. Vermutlich wird es Irritationen und Pannen unterschiedlichster Art geben, laßt Euch davon nicht den Spaß vermiesen. Beachte auch, daß eine neue Art von Sex Auswirkungen auf Eure gesamte Beziehung haben kann. Sprecht also viel miteinander und beschränkt Euch dabei nicht auf sextechnische Details, sondern bezieht die Gefühlsebene mit ein. Es gibt jede Menge gute Informationen über SM in Büchern und im Internet, sie helfen, von unrealistischen Hochglanz- und Porno-Phantasien abzukommen und SM real zu leben. Viel Glück!


Frage: Meine Frau möchte mich mit ihren Tüchern beim Sex fesseln und besonders knebeln. Worauf müssen wir achten?
Tücherlover

Antwort: Zum Thema "erotisches Fesseln" (im Fachjargon "Bondage") läßt sich sehr vieles sagen. Vielleicht mögt Ihr Euch ja einmal mit entsprechender Literatur beschäftigen, es gibt gute Bücher und auch sehr gute Websites zum Thema: Sie liefern praktische Anleitungen, Sicherheitstips und auch hübsche Bilder. Gerade bei Anfängern ist von Tüchern abzuraten. Hand- und Fußfesseln aus Leder sind viel praktikabler, wenn es darum geht, eine Person zu fixieren, ohne Gefahr zu laufen, daß es zu Verletzungen kommt. Auch wenn Seidentücher den Anschein von Romantik und Weichheit erwecken - bei einer Fesselung können Sie in die Haut einschneiden, Nerven abklemmen und so zu schweren Verletzungen führen. Tücher haben außerdem den Nachteil, daß sie nach dem Verknoten oft schwer aufzumachen sind. Empfehlenswert sind also wirklich eher Hand- und Fußfesseln. Falls es unbedingt Tücher sein müssen, so achtet auf jeden Fall darauf, eine Schere zur Hand zu haben und öffnet die Fesseln sofort, wenn sich Schmerzen, Kribbeln oder Taubheit einstellen.

Da Ihr das Fesseln mit Knebeln kombinieren wollt, ist dafür zu sorgen, daß im Notfall die Kommunikation klappt. Ihr könnt z.B. Kopfnicken oder Kopfschütteln als Signale dafür festlegen, daß der Knebel sofort abgenommen wird, damit Du Dich im Falle von Schmerzen oder sonstigen Komplikationen verständigen kannst. In keinem Fall sollte Deine Frau Dich in gefesseltem und geknebeltem Zustand alleine im Zimmer oder in der Wohnung lassen - auch nicht für wenige Minuten. Stell' Dir vor, sie sperrt sich in dieser Situation aus der Wohnung aus - oder ein anderer dummer Zwischenfall ereignet sich. Hier sind schon einige böse auf die Nase gefallen. Also lieber schön langsam vorgehen und unnötige Risiken unbedingt vermeiden. Wenn Ihr Geschmack an Bondage findet, läßt sich die Sache immer noch ausbauen bis zur wahren Fesselungskunst. Viel Spaß!


Frage: Seit längerer Zeit bin ich bei einer Domina unter Vertrag. Es ist für mich ein Traum, aber sie will mich zu ihrem Toilettensklaven erziehen. Ich habe aber Angst, daß ich davon krank werde. Ist die Angst berechtigt?
Ein Sklave

Antwort: Als menschliche Toilette benutzt zu werden, also Urin und Kot eines anderen Menschen mit dem Mund aufzunehmen und auch zu trinken bzw. zu essen, stellt in unserer Kultur einen der extremsten Tabubrüche überhaupt dar und ist mit Ekel und Demütigung assoziiert. Gerade diese starken Emotionen lassen Toilettenerziehung andererseits zu einem sehr interessanten SM-Thema werden.

Leider ist weder das Trinken von Urin noch das Essen von Kot sicher. Deine Angst vor Krankheit ist völlig berechtigt: Du kannst Dich durch Koprophagie (also das Essen von Kot) mit HIV, Hepatitis, Lamblien und zahlreichen anderen Erkrankungen infizieren. Auch das Trinken von Fremdurin birgt zahlreiche Infektionsrisiken. Bei aller Hingabe an Deine Domina solltest Du hier also zu Recht Vernunft walten lassen und nicht Deine Gesundheit auf's Spiel setzen. Die AIDS-Hilfe empfiehlt, nur in der Weise mit Urin und Kot zu spielen, daß nichts davon auf Schleimhäute oder in den Körper gelangt. Bei häufigen Spielen mit Urin und Kot wird neben dem Aussparen der Schleimhäute zur Sicherheit auch zu einer Impfung gegen Hepatitis A und B geraten.

Die Frage wäre also, ob Du mit Deiner Domina ein Arrangement in der Weise findest, daß Deine Erziehung zum Toilettensklaven Dich nur an sicheren Körperstellen (z.B. Bauch, Rücken, Beine) mit ihrem Urin und Kot in Verbindung bringt. Alles, was darüber hinausgeht, sollte ausschließlich in der Phantasie stattfinden, angedeutet und ausgesprochen, aber nicht praktisch realisiert werden. Sofern Du nicht 100%ig sicher bist, daß Deine Domina ganz gesund ist (und hierfür bräuchtest Du wohl umfangreiche und aktuelle medizinische Gutachten), spielst Du nicht nur mit dem Feuer, sondern auch mit Deinem Leben, wenn Du ihren Urin und Kot in den Mund nimmst. Aber eigentlich besteht auch kein Grund, sich auf eine riskante Klischeevorstellung vom Toilettensklaven zu fixieren. Schließlich kannst Dich auch in sicherer Weise mit Ihren "Gaben" beschäftigen oder auch anderweitig Deine Ergebenheit und Unterwerfung bekunden.


Frage: Mein Name ist Lutz, ich bin 45 Jahre und devot. Ich liebe es sehr, wenn mich eine Frau dominiert. Dabei interessiert mich weniger die harte Seite, sprich Peitsche oder ähnliche Sachen. Nein, ich sehne mich danach, daß eine energische Frau im Minirock vor mir sitzt und z.B. sagt: "So, jetzt kannst Du mal auf die Beine schauen, und danach putzt Du meine Wohnung, wäschst mein Auto und gehst für mich einkaufen."

Frau Dr. Sexpert, genau das ist mein Problem: In meiner Umgebung aus dem Raum 4xxxx oder Umkreis gibt es keine dominante Privatperson, die mich versteht. Wenn, dann meinen die Damen alle, so was könnte es nicht geben, daß ein Mann freiwillig putzen möchte. Aber genau das möchte ich gerne. Es gibt mir so ein schönes unterlegenes Gefühl, wenn ich alles saubermache. Ist das wirklich so unnormal? Dabei brauche ich auch keinen Sex, mir reicht die Erniedrigung, wenn mich die Dame beim Putzen beobachtet. Klar, im Domina-Studio geht das alles, ich weiß. Aber ich möchte nicht für eine halbe Stunde Putzen gleich 300 DM ausgeben. Wissen Sie einen Rat für mich? Ich möchte so gerne meine devote Ader ausleben können.
Ihr devoter Lutz

Antwort: Hallo Lutz. Ich habe vier Ideen, wie Du Gleichgesinnte finden kannst, um Deine devote Ader auszuleben.

Zunächst einmal kannst Du auf Kontaktanzeigen in einschlägigen SM-Magazinen oder SM-Foren im Internet zurückgreifen. Allerdings melden sich erfahrungsgemäß nicht sehr viele Frauen, und manchmal stecken bei vermeintlichen Privatkontakten doch finanzielle Interessen dahinter. Hier sollte man also vorsichtig sein und keine allzu hochgesteckten Erwartungen haben, obwohl natürlich immer wieder ein "Glückstreffer" vorkommt. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, daß Du Dich in die SM-Szene begibst und dort Kontakte knüpfst. Das muß nicht gleich darauf hinauslaufen, in Aktion zu treten. Vielmehr ginge es auch um geselligen Kontakt, Erfahrungsaustausch usw. Schau' Dich in entsprechenden Internet-Foren um. Gib Dich ruhig als Neuling zu erkennen und sei bereit, auf andere Menschen zuzugehen und dazuzulernen. Eine dritte Möglichkeit ist der Kontakt zur SM-Szene außerhalb des Netzes. In SM-Publikationen findest Du Adressen von Stammtischen, Gesprächskreisen und Parties in Deiner Nähe, wo Du Kontakte knüpfen kannst. Schließlich besteht ein vierter Ansatz darin, daß Du Dich Frauen anvertraust, mit denen Du ohnehin erotische oder sexuelle Kontakte hast. Die Vorstellungen, die Du schilderst, sind nicht sehr kompliziert, sie erfordern kein Spezial-Equipment und auch kein besonderes technisches SM-Wissen. Du brauchst also nicht unbedingt nach einer eingefleischten SM-Anhängerin Ausschau zu halten, sondern kannst mit etwas Glück und Geschick mit Deiner aktuellen oder zukünftigen Partnerin ein Sexleben aufbauen, das für diverse Szenarien Raum läßt.

In jedem Fall fährst Du gut damit, wenn Du Deine Phantasien zwar ernstnimmst und Dich auch um eine Realisation bemühst, Dich aber nicht zu sehr auf einen bestimmten Ablauf fixierst. Sei flexibel und gib einer möglichen Spielpartnerin nicht das Gefühl, daß sie nur mechanisch eine Rolle in dem von Dir bereits komplett ausgearbeiteten Drehbuch erfüllen muß. Interessiere Dich auch für ihre Vorstellungen, sei geduldig und akzeptiere, daß der Weg von einem Phantasie-Szenario zur Realität nicht selten auch von Peinlichkeit und Unbeholfenheit begleitet ist. Mit Offenheit und Humor bist Du gut gerüstet. Viel Glück!


Frage: Ich bin S., 49 Jahre. Ich habe seit meinem 19. Lebensjahr das Bedürfnis, mich von dominanten Frauen schlagen zu lassen und möchte dies ausleben. Geben Sie mir bitte Rat.
S.

Antwort: Hallo! Was verstehst Du unter "ausleben"? Hier sind ganz verschiedene Ansätze möglich, je nach dem, was Deine sexuelle Neigung für Dich bedeutet und wie Du Dir Dein Leben eingerichtet hast bzw. für die Zukunft vorstellst. Wenn es Dir rein um den sexuellen Reiz geht und in Deiner Ehe oder Partnerschaft kein Raum für Deine Vorliebe ist, dann könntest Du Dich im Dominastudio ausleben. Das ist halt kostspielig und setzt dem Ausleben enge zeitliche und emotionale Grenzen, aber dafür mußt Du nicht viel Aufwand betreiben.

Anders sieht es aus, wenn Du ungebunden bist und möchtest, daß das Ausleben Deiner sexuellen Phantasien auch mit einer persönlichen Beziehung verbunden ist. Dann würde es sich lohnen, Gleichgesinnte zu suchen. Frauen mit dominanter Neigung kannst Du über Kontaktanzeigen in einschlägigen Magazinen, über Internet-Foren und direkt in der "Szene" kennenlernen. Achte darauf, daß sich gerade bei Kontaktanzeigen immer wieder professionelle Dominas mit finanziellen Interessen als Privatleute ausgeben. Und bedenke auch, daß es - genau wie sonst im Leben - auch in der SM-Szene Zeit und Geduld braucht, um persönliche Kontakte aufzubauen. Gerade wenn Du Deine Neigung bislang nur in der Phantasie auslebst besteht die Gefahr, daß Du schon ein fertiges Szenario im Kopf hast inklusive Outfit und Gebahren Deiner Domina. Gerade eine dominante Frau wird jedoch kaum darauf stehen, sich Deinem Drehbuch unterzuordnen. Sei also offen und neugierig und nicht allzu sehr auf vorgefertige Ideen fixiert. Ein dritter Weg zum Ausleben besteht darin, Deine Partnerin oder eine Bekannte einzuweihen. Viele Menschen finden SM spannend und sind bereit, ein wenig zu experimentieren. Sofern diese Bereitschaft vorhanden ist, kann man sich langsam gemeinsam vorwagen. Einschlägige SM-Literatur und auch entsprechende Einführungs-Filme können gute Gesprächsanlässe sein. Viel Glück!


Frage: Ich habe folgende Frage: Was haben medizinische Behandlungen, besonders im "unteren" Bereich, mit Sex zu tun? Da ich mich für Doktorspiele sehr interessiere (Medizin ist mein Hobby), suche ich in Suchmaschinen u.a. nach diesem Themenbereich und treffe dort immer wieder auf diese spezifischen Behandlungsarten. Klistiere z.B. sind doch schrecklich. Auch Spritzen usw. Ich möchte zwar gern Kontakte mit Gleichgesinnten, die ebenfalls Doktorspiele betreiben möchten, aber an mir selbst ist es beim realen Arzt wegen Angst schon ein Riesenspektakel mit bestimmten Untersuchungen/Behandlungen.

Vielleicht können Sie mir einen Tip geben, warum dies bei mir so ist (etwas paradoxe Erscheinungsform wahrscheinlich), und auch ob das Interesse bzw. meine Angst als krank/unnormal zu bezeichnen wäre. Ich muß dazusagen, daß mir als Kind gerade diese Spiele ständig verboten wurden. Heute bin ich erwachsen (zumindest altersmäßig, ansonsten wie ... na ja manchmal wie 10-15, meistens wie ca. 20), doch das Interesse ist geblieben.

Wie kann ich nun doch noch mein Hobby ausführen, auch wenn ich Riesenangst habe?
Danke im voraus, Sabine

Antwort: Hallo Sabine! Es ist ja kein Zufall, daß Doktorspiele bei Kindern so beliebt sind. Sie stellen eben eine gute Gelegenheit dar, einander körperlich zu erforschen und zu erregen. Daß man dabei gar nicht zugibt, daß es um Sex geht, erhöht den Kitzel ... Und was Kindern Spaß macht, daran dürfen sich ja auch Erwachsene erfreuen. Du hast recht, es gibt viele erwachsene Fans von Doktorspielen, man spricht auch von "Kliniksex" oder "weißem Sex". Solange man nicht selbst darunter leidet (etwa weil man sich völlig auf diese Phantasien fixiert) und solange man anderen nicht schadet (z.B. durch allzu gefährliche medizinische "Eingriffe"), ist gegen diese Vorliebe überhaupt nichts zu sagen. Sie gilt auch nicht als Krankheit. Du kannst also unbesorgt zu Deiner Neugier und zu Deinen Phantasien stehen.

Daß Dich gynäkologische Untersuchungen in der Phantasie anturnen, während Du es in Wirklichkeit haßt, zum Frauenarzt zu gehen, scheint im ersten Moment paradox. Aber Sex ist eben oft widersprüchlich: Situationen, die Angst, Scham oder Schuldgefühle wachrufen, fordern dazu auf, die emotionale Hemmschwelle zu überwinden und etwas dennoch zu tun oder geschehen zu lassen. Und gerade diese Überwindung der Hemmschwelle - in Gedanken oder in der Realität - kann sehr aufregend und lustvoll sein. Die ganze Energie der negativen Gefühle - und Angstgefühle sind ja sehr intensiv - wird dann in Lust verwandelt. Deine Angst kann etwas mit Schuldgefühlen zu tun haben, die Deine Eltern Dir vermittelt haben, sie kann aber auch daher rühren, daß Du fürchtest, die Kontrolle über die Situation zu verlieren oder verletzt zu werden. Wenn Du magst, kannst Du Dich in Zukunft genauer beobachten und auch mit anderen austauschen und kommst den Ursachen vielleicht auf die Spur.

Andererseits mußt Du aber auch keine Detektivarbeit leisten und kannst Deine Vorliebe einfach so hinnehmen und genießen. Dabei gibt es viele Varianten: Das Spektrum reicht von der gespielten Operation in einem nachgestellten Krankenhaus über Vaginaluntersuchungen mit einem Spekulum bis zu einfachem Abtasten mit dem Finger oder Einsetzen eines Tampons. Wenn Du Deine Phantasien in die Tat umsetzen willst, ist es wichtig, vorher mit dem Partner oder der Partnerin Grenzen abzustecken, an die sich beide Seiten halten. Geh' in kleinen Schritten vor und beginne mit etwas einfachem. Kontakte zu Gleichgesinnten kannst Du gut über Internet-Foren herstellen oder auch, indem Du Dich in Deiner Umgebung in die SM-Szene begibst. Nur Mut!


Frage: Eigentlich könnte ich ganz zufrieden sein mit meinem Eheleben. Ich habe eine tolle Ehefrau die alles mitmacht - gerade im sexuellen Bereich. Seit ca. 2 Jahren habe ich ein großen Drang nach Damenwäsche, speziell die hauchzarten Strümpfe turnen mich an. Sicher ist es nichts Unnatürliches ... aber ich ziehe diese Sachen immer selber gerne an. Der Drang nach Damenwäsche wird immer stärker.

Auf diese Heinmlichtuerei habe ich nun keine Lust mehr. Aber, wie sage ich es meiner Frau. Die Angst meine Frau zu verlieren hat mich bisher davon zurückgehalten. Haben Sie einen Rat für mich!?
Nylon-Lover

Antwort: Heimlichtuerei ist auf Dauer wirklich keine Lösung. Es ist eine gute Idee, mit Deiner Frau zu sprechen. Damit dieses Gespräch gut verläuft, kannst Du einige Vorkehrungen treffen. Zunächst einmal wäre es gut, wenn Du - falls noch nicht geschehen - Dich selbst etwas intensiver mit Deiner sexuellen Vorliebe beschäftigst. Schau mal in entsprechende Literatur zum Thema "Fetisch" bzw. "Fetischismus". Jede sexuelle Vorliebe, die etwas aus dem Rahmen fällt, erzeugt eine Reihe von Fragen: Bin ich krank? Wird es immer schlimmer werden? Woher kommt meine Vorliebe? Wie läßt sie sich in meine Liebes- oder Ehebeziehung einbauen? Je besser Du diese Fragen für Dich selbst beantworten kannst, umso besser kannst Du auch anderen Menschen (v.a. Deiner Frau) erklären, wie die Dinge stehen. Es geht nicht darum, daß Du Dich rechtfertigen müßtest, sondern darum, daß Du für Dich selbst und Deine Partnerin einen Weg findest, eine erfüllte Sexualität zu gestalten. Erfahrungsberichte von anderen Fetisch-Freunden können zum Beispiel hilfreich sein zur Orientierung.

Wichtig für ein gutes Gespräch ist - so banal es klingt - der Zeitpunkt. Warte auf eine Situation, in der zwischen Euch gute Stimmung herrscht, und Ihr in Ruhe reden könnt. Sage Deiner Frau, daß Du Ihr gern etwas über Dich erzählen möchtest, was sie bislang noch gar nicht weiß. Sage Ihr auch gleich im Vorfeld, daß Du Angst vor einer negativen Reaktion hast und frage sie, ob sie bereit ist, Dir erstmal in Ruhe zuzuhören. Sie wird vermutlich sehr gespannt und natürlich auch etwas beunruhigt sein. Sage Deiner Frau zunächst deutlich, daß Du findest, daß sie "eine tolle Ehefrau" ist, daß Du sie liebst und begehrst und erwähne einige besonders positive Punkte Eures bisherigen Sex- und Ehelebens. Erzähle Deiner Frau dann von Deiner Faszination, Damenwäsche zu tragen. Ideal wäre es, wenn Du einen Vorschlag unterbreiten könntest, wie man Deine Vorliebe in Euer bisheriges Sexleben einbauen könnte, ohne daß sich sofort alles radikal ändern muß. Entwerft vielleicht gemeinsam ein Szenario, in dem Deine Strumpfhose vorkommt aber auch ein paar besondere Vorlieben Deiner Frau Platz haben. Auf der Basis Eurer bisherigen guten Ehe und mit etwas Experimentierfreude und Geduld könnt Ihr vermutlich auf einen Nenner kommen. Wenn Du merkst, daß das Thema für Deine Frau sehr heikel ist, dann warte mit konkreten Vorschlägen, gib Ihr Literatur und suche schrittweise weitere Gespräche. Sei' auch ehrlich zu Dir selbst und scheue Dich nicht, psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen, wenn Du den Eindruck hast, daß der Drang nach Damenwäsche zu stark wird und Dich zu sehr belastet. Profis werden Dich nicht verurteilen, können Dir aber noch bessere und genauere Hilfestellungen geben. Viel Glück!


Frage: Vor kurzem hatte ich das dringende Bedürfnis beim Verkehr von meiner Frau geschlagen zu werden. Meine Frau schlug mich auch wie gewünscht, da sie sehr offen in Sex-Angelegenheiten ist. Meine Frau sagte nur, daß sie mich nicht richtig schlagen könnte, da sie dabei Hemmungen hätte.
Nun meine Fragen:

Dieser Wunsch an sich kam mir schon seltsam vor, und ich weiß nicht, wie ich damit umzugehen habe. Da mir das Schlagen sehr gefallen hat, werde ich auch in Zukunft manchmal meine Frau um diesen Gefallen bitten. Ich habe danach mit meiner Frau darüber in Ruhe gesprochen und sie sagte, daß sie es auch weiterhin machen werde, wenn es denn nicht zu oft passiert.

Wir sind seit 2,5 Jahren glücklich verheiratet und insgesamt seit über 4 Jahren zusammen. Ich möchte meine Frau weder überfordern noch zwingen etwas zu tun, was sie eigentlich nicht mag oder nur ungern mag. Können Sie mir aus meiner Ratlosigkeit helfen?
Mit freundlichem Gruß, R. S.

Antwort: Daß bestimmte Formen von körperlichem Schmerz das Lustempfinden steigern können, ist seit langem bekannt. In den Medien werden SM-Themen in letzter Zeit auch stark aufgegriffen. Trotzdem ist es etwas völlig anderes, ob man ein SM-Pärchen im Fernsehen sieht oder plötzlich vor der Herausforderung steht, eigene Wünsche jenseits des Gewohnten in die Praxis umzusetzen. Zu der Unsicherheit, ob man überhaupt noch "normal" ist, kommt die Sorge, wie Partner oder Partnerin auf die Situation reagieren. Daß Du Dich getraut hast, gleich danach offen mit Deiner Frau zu sprechen, ist sehr gut. Ebenso ist es auch sehr gut, daß Deine Frau sowohl ihr Entgegenkommen als auch ihre Bedenken klar geäußert hat. Ihr habt also eine Basis von ehrlicher Kommunikation und könnt darauf aufbauen. In nächster Zeit könntet Ihr schrittweise genauer erkunden, was es mit Deinem Wunsch nach Schlägen beim Sex auf sich hat, und wie Ihr ihn zur beiderseitigen Luststeigerung in Euer Liebesspiel einbauen könnt. Informiere Dich in der Literatur und im Internet und versuche, ein positives Verhältnis zu Deiner neu entdeckten erotischen Vorliebe für Schläge zu entwickeln. Es besteht überhaupt kein Grund für Scham- oder Schuldgefühle deswegen. Sage Deiner Frau deutlich, daß Du ihre Grenzen respektierst und ermutige sie, Dir immer klar zu sagen, wenn ihr im Bett etwas nicht so recht behagt. Es wäre auch noch die Frage, was genau hinter ihren Hemmungen steckt: Moralische Bedenken wegen "Perversität"? Eine psychologische Blockade, weil die dominante Rolle für sie ungewohnt ist? Angst, Dir zu sehr weh zu tun? Oder eigene Schmerzgefühle, wenn sie mit der bloßen Hand zuschlägt? Sprecht darüber und versucht, Hemmschwellen zu überwinden, sofern Deine Frau dafür offen ist. Fixiert Euch aber trotzdem nicht zu sehr auf diese Geschichte mit den Schlägen. Kultiviert alle Facetten Eures Sexlebens. Nehmt die aktuelle Situation zum Anlaß, mal wieder ausführlicher über Eure sinnlichen Wünsche zu sprechen. Vielleicht hat Deine Frau ja auch noch eine geheime Leidenschaft, mit der sie jetzt herausrücken könnte ...


Frage: Meine Frau möchte mich gerne mal mit ihren Tüchern fesseln und knebeln. Ich möchte das zwar auch, aber wie soll ich mich dabei anstellen und wie muß ich mich dabei verhalten? Insbesondere weil sie mir eines ihrer Tücher dabei in den Mund stopfen möchte. Ansonsten find ich die Idee Fesselung mit ihren Tüchern ja nicht schlecht, denn ich kuschele sehr gerne damit. Aber beim Fesseln habe ich eher wenig Erfahrung, deswegen bitte ich um Ihre Meinung.

Unser zweites Problem ist, daß wir Kinder haben und Angst haben, daß sie beim Sex reinplatzen könnten. Nicht nur bei Bondage sondern überhaupt, denn das wäre ja nicht gut, besonders für die Kinder. Können Sie uns da helfen? Herzlichen Dank ...
M.R.

Antwort: Als freiwilliges "Opfer" der Fesselung hast du den Vorteil, daß Du gerade nichts besonderes machen kannst und sollst. Schließlich geht es darum, Deine Verhaltensmöglichkeiten für die Zeit der Fesselung drastisch einzuschränken. Gerade wenn Ihr mit Bondage anfangt, solltet Ihr Euch aber in Sachen Sicherheit schlau machen, damit nicht etwa durch ungünstiges Material oder falsche Knoten Nerven abgeklemmt werden. Schaut doch einfach mal ins "Bondage-Handbuch", den Einsteiger-Leitfaden für Fetisch von adultshop.de oder sonstige einschlägige Literatur zum erotischen Fesseln. Was das Knebeln betrifft, hast Du vielleicht Bedenken, weil Du Dich dann nicht mehr äußern kannst, wenn Dir etwas zu viel wird oder nicht gefällt. Hierzu ist es wichtig, daß Ihr im Vorfeld verabredet, wie Du Deiner Frau auch im gefesselten und geknebelten Zustand signalisieren kannst, daß Du aufhören willst (z.B. durch Kopfschütteln oder ähnliches). Was das Problem mit den Kids betrifft, so solltet Ihr Euch zum Sex am besten in einen abschließbaren Raum zurückziehen und Euren Kids vorher sagen, daß Ihr nun etwas Zeit für Euch wollt. Sofern es nicht möglich oder gewünscht ist, daß Ihr Euch zum Sex einschließt oder die Kinder anderweitig unterbringt, müßt Ihr damit rechnen, doch irgendwann einmal überrascht zu werden. Das ist jedoch kein Grund zur Panik. Sagt Euren Kindern dann ruhig und bestimmt, daß sie Euch gerade beim Liebesspiel stören und beantwortet ansonsten altersgerecht ihre Fragen zum Thema. Viel schädlicher, als die Eltern mal kurz beim Sex zu sehen, ist es für Kinder doch, in einem lieblosen und lustlosen Elternhaus aufzuwachsen.


Frage: Ich habe einen Freund, der in die SM-Richtung tendiert, aber nicht nur Härte und Dominanz beweisen will, sondern alles nur im Gummi-Outfit will. Ich muß sozusagen unkenntlich sein; nur mit Latexmaske, Handschuhen, etc. Er selbst faßt mich auch nur mit Handschuhen etc. an. Im Prinzip ist ja alles schön und gut, mir gefallen die Rollenspiele auch! Aber was sagt die Psychologin dazu??? Liebt er mich wirklich oder nur eine imaginäre Fremde, die ich ihm vorspielen muß??? Warum faßt er mich nicht mal "direkt" an oder liebt mich hin und wieder ganz "normal"?
Danke! Ihre Doris

Antwort: Wenn uns bestimmte Gegenstände, Kleidungsstücke oder Körperteile sexuell ganz besonders erregen, dann spricht man von einem "Fetisch". Spitzenunterwäsche oder Gummi-Outfit, Brust oder Fuß sind Beispiele. Manche Fetische sind in unserer Kultur so verbreitet, daß sie gar nicht mehr als solche auffallen. Während beispielsweise Fußliebhaber typischerweise als "Fußfetischisten" bezeichnet werden, kommt niemand auf die Idee, Brustliebhaber als "Brustfetischisten" zu bezeichnen. Und das Tragen von Reizwäsche wird im Unterschied zum Tragen von Gummi-Outfits ebenfalls nicht mit Fetischismus in Zusammenhang gebracht. Obwohl wir alle unsere sexuellen Fetische haben, werden also nur die seltener vorkommenden und exotischer wirkenden Fetische im Alltag auch so bezeichnet, was nicht selten mit einer gewissen Abwertung einhergeht. Dabei ist es aus psychologischer Sicht zunächst einmal egal, ob man nun einen gewöhnlichen oder einen eher ungewöhnlichen Fetisch hat. Beides ist völlig "normal", wobei es Personen mit ungewöhnlichem Fetisch teilweise etwas schwerer haben, Partnerinnen oder Partner zu finden. Fetischismus wird in der Psychologie nur dann als Störung betrachtet, wenn eine Person in ihrer Sexualität völlig auf den Fetisch fixiert ist und unter dieser Fixierung selbst leidet oder anderweitige ernsthafte Probleme entstehen. Sprich: Solange es Euch beiden gut geht, ist gegen den Gummifetischismus nichts einzuwenden.

Wenn Du Dir sexuell etwas mehr Abwechslung wünscht und auch mal das Gummi-Outfit weglassen möchtest, dann besprich das mit Deinem Freund. Auch wenn er im Liebesspiel bewußt die dominante Rolle einnimmt, kannst Du natürlich Deine Wünsche anbringen. Schrittweise könntet Ihr versuchen, jenseits von SM und Gummi Euer Spektrum zu erweitern. Es könnte jedoch sein, daß Dein Freund mehr an dem Gummi-Fetisch hängt, als ihm selbst lieb ist, so daß es ihm sehr schwer fällt, ohne den Fetisch befriedigenden Sex zu erleben. In dem Fall wäre es gut, eine Beratungsstelle aufzusuchen. Eine professionelle Beratung kann helfen, dieses starre Muster aufzuknacken, damit der Fetisch mehr zum Genuß beiträgt und weniger als Zwang erlebt wird. Telefonnummern von Beratungsstellen findet Ihr im Telefonbuch. Falls Dein Freund sich für diesen Schritt entscheidet, hilft es ihm vielleicht, wenn Ihr zu zweit zur Beratung geht. Andererseits ist aber auch die Frage, ob Ihr die starke Gummi-Fixierung überhaupt als Problem definieren müßt. Schließlich ist die Art und Weise, wie Sex stattfindet, nicht der einzige Gradmesser für Liebe. Wie Dein Freund zu Dir steht, zeigt sich nicht nur im Bett, sondern in vielen Situationen im Alltag. Hast Du den Eindruck, daß Du auch im Alltag oft eine Rolle spielst, oder er sich nicht wirklich für Dich und Deine Gefühle interessiert? Falls das zutrifft, solltet Ihr auch dort ansetzen und Beziehungsprobleme nicht auf den Fetischismus schieben. Da Du Dir seiner Gefühle unsicher bist, ist es auf jeden Fall wichtig, daß Ihr offen miteinander sprecht.


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