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Dr. Sexpert ist eine Diplom-Psychologin aus Deutschland. Hier ist das Archiv ihrer Antworten zu Herzschmerz, Lustfrust und Liebeswehwehchen. Du findest hier kompetente Beratung zu Liebe, Sex, Beziehungen sowie sexuellen Vorlieben, Praktiken und Problemen.

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Thema Erektion

Frage: Am Anfang eines Liebesspiels habe ich immer eine "volle" Erektion. Mein Penis ist hart und groß. Diese Erektion läßt aber während des Aktes stark nach. Was kann ich gegen diesen Leistungsabfall tun?
Gruß, Martin

Antwort: Hallo Martin, prinzipiell sind im Zusammenhang mit Erektionsproblemen immer die körperliche und die psychische Ebene zu beachten. Bestimmte Medikamente und auch manche Erkrankungen können die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen. Um mögliche medizinische Ursachen abzuklären wäre es gut, wenn Du Dich mal ärztlich untersuchen läßt. Ein solcher Check kann ohnehin nichts schaden, da es immer günstig ist, wenn man mögliche Erkrankungen früh entdeckt.

Aber es muß nicht unbedingt eine Erkrankung sein, auch ein anstrengender Lebenswandel (viel Alkohol, viel Streß, wenig Schlaf usw.) kann sich negativ auswirken. Insbesondere, wenn man spät abends oder nach der Arbeit Sex hat und eigentlich schon zu erschöpft ist. Falls das beschriebene Nachlassen der Erektion früher bei Dir nicht in der Form auftrat, solltest Du überlegen, welche Faktoren diese Veränderung bewirkt haben können. Dabei sind auch psychologische Gründe zu bedenken. Machst Du gerade eine stressige Lebensphase durch? Gibt es Spannungen in der Partnerschaft? Fühlst Du Dich beim Sex unter Leistungsdruck? Alles, was Dir Sorgen bereitet oder Dich beim Sex ablenkt, kann zum Nachlassen der Erektion führen. Sei ehrlich zu Dir selbst und packe auch mögliche Beziehungsprobleme an, die sich unterschwellig auf den Sex auswirken.

Es kann aber durchaus auch sein, daß eigentlich gar kein Problem vorliegt, sondern daß es einfach ein Alterseffekt oder eine individuelle Note von Dir ist, nicht permanent einen "Dauerständer" zu haben. Vielen anderen Männern geht es auch so. Wenn körperlich und emotional keine Störfaktoren auszumachen sind, dann geht es wohl darum, daß Du Dich optimal auf Deine individuelle sexuelle Reaktionsweise einstellst. Du kannst mit einem Penisring experimentieren, der dafür sorgt, daß das Blut in den Schwellkörpern bleibt und dabei helfen kann, eine Erektion zu verlängern. Aber sieh das als Experiment und setze Dich nicht zu sehr unter Druck. Erektion hin oder her - mit der richtigen Auswahl und Reihenfolge der Sexpraktiken läßt sich immer das beste aus dem Liebesspiel herausholen.


Frage: Ich bin erst 18, habe aber schon Probleme mit meiner Potenz. Wenn ich mich selbst befriedige, steht er wie eine Eins, aber wenn ich mit meiner Freundin schlafe, macht er sofort schlapp. Oder ich komme zu schnell. Woran liegt das?? Bin ich vielleicht impotent??

Antwort: Man spricht von "Impotenz", wenn ein Mann Probleme beim Geschlechtsverkehr hat, weil sein Penis nicht erigiert ist oder nicht lange genug hart bleibt. Impotenz hat manchmal physische Ursachen (z.B. Penis- oder Hodenmissbildungen, Stoffwechselerkrankungen). Da Du jedoch beim Masturbieren eine Erektion hast, können körperliche Ursachen ausgeschlossen werden. Stattdessen scheinen psychische Faktoren eine Rolle zu spielen. Psychische Ursachen sind z.B. Minderwertigkeitsgefühle, Ängste, Nervosität, Schüchternheit, Erwartungsdruck, (uneingestandene) Abneigung gegenüber der Partnerin usw. Gerade bei jungen Männern, die erste Erfahrungen mit Sex sammeln, ist es recht verbreitet, daß sie erstmal keinen "hochkriegen" oder zu früh kommen. Oft ist es eine Mischung aus überstarker Erregung einerseits und Unsicherheit und Versagensangst andererseits, die es Männern schwer machen, sich in der sexuellen Situation zu entspannen und den Geschlechtsverkehr in Ruhe zu genießen. Stattdessen geraten sie in Streß und prompt klappt es wieder nicht so wie gewünscht. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Du mußt lernen, locker und entspannt zu sein, Dich nicht selbst unter Leistungsdruck zu setzen. Es geht im Bett ja nicht darum, daß Du Deine Freundin mit Deiner Potenz beeindruckst, sondern daß Ihr Euch zusammen wohlfühlt und Spaß habt. Sage Deiner Freundin ruhig, daß Du in Sachen Sex noch etwas nervös bist und gesteht Euch eine gewisse Lernphase zu.


Frage: Ich habe Erektionsprobleme. Was ist machbar und fröhlich?
Herzlichst, Hein

Antwort: Hallo Hein! Warst Du schon beim Arzt, um abklären zu lassen, ob es vielleicht medizinische Ursachen für Deine Erektionsprobleme gibt? Falls nicht, wäre das der erste Schritt. Du schreibst nichts über Dein Alter, aber falls Du nicht mehr blutjung bist, könnte ein Nachlassen der Erektionen einfach Teil des ganz normalen Alterungsprozesses beim Mann sein. Falls Du dagegen noch sehr jung bist, und das Problem eher darin besteht, daß Du zu früh kommst, dann kannst Du mit entsprechenden Übungen (z.B. Start-Stop-Methode, Kegel-Übungen) lernen, den Zeitpunkt Deines Orgasmus' besser zu kontrollieren: Die sogenannte Start-Stop-Methode funktioniert so, daß Du bis kurz vor dem Orgasmus masturbiert, dann pausierst bis der Ejakulationsdrang abgeklungen ist, Dich dann erneut bis kurz vor dem Orgasmus stimulierst usw. Ziel dieser Übung ist es, 15 Minuten Stimulation mit höchstens drei längeren Unterbrechungen durchzuhalten. Bei den Kegel-Übungen (benannt nach einem Arzt namens Arnold Kegel) geht es darum, die Beckenbodenmuskulatur zu trainieren. Die Beckenbodenmuskulatur ist dafür zuständig, Urin und Stuhlgang zurückzuhalten oder herauszupressen. Das Anspannen der Beckenbodenmuskulatur kann aber auch eine Ejakulation verhindern. Am besten stärkt man die Beckenbodenmuskulatur durch tägliche Trainingsphasen (z.B. 20 Mal hintereinander anspannen und entspannen) und das über mindestens vier Wochen hinweg. Mit "Training" läßt sich hier also einiges bewirken.

Manchmal ist es auch so, daß belastende Lebensumstände (Streß im Beruf, Familienstreitigkeiten, Konflikte in der Partnerschaft usw.) sich zeitweise negativ auf die sexuelle Reaktionsfähigkeit niederschlagen. Dann wäre es notwendig, erst einmal für mehr Entspannung und Muße zu sorgen oder die Konflikte auszuräumen. Aus der Ferne kann ich hier leider keine so detaillierte Ursachenforschung betreiben, wie Dir selbst das möglich ist. Aber natürlich solltest Du dabei nicht allzu verbissen vorgehen. Machbar und fröhlich ist es auf alle Fälle, die zärtlichen und lustvollen Aspekte des Liebeslebens voll auszukosten, bei denen keine Erektion notwendig ist. So könntest Du z.B. darauf achten, daß Du Deine Partnerin oder Deinen Partner zunächst mit der Hand oder dem Mund verwöhnst, so daß ihre sexuelle Befriedigung nicht davon abhängt, wie lange Du eine Erektion hast. Je mehr befriedigende Elemente Euer Sexleben hat, umso weniger störend ist ein schnelles Kommen Deinerseits. Versuche auch nicht, das Erektions-Problem in der Partnerschaft totzuschweigen, denn es steht ja ohnehin im Raum. Vermittle Deiner Partnerin oder Deinem Partner ganz deutlich, daß Du sie/ihn begehrst und Lust auf körperliches Zusammensein hast. Zerstreue die bei ihr/ihm möglicherweise vorhandene Sorge, Deine Erektionsschwäche sei ein Zeichen für mangelndes sexuelles Interesse. Anstatt nur im Alleingang nach einer Lösung zu suchen, solltest Du die jeweilige Person, mit der Du Sex hast, einbeziehen. Anstelle verkrampften Totschweigens wirkt es oft Wunder, das Problem direkt anzusprechen und gemeinsam zu beschließen, sich von dieser kleinen Komplikation nicht den Spaß im Bett verderben zu lassen.


Frage: Ich bin 75 Jahre alt und habe ein Problem mit dem Sex. Viele Männer kommen zu früh, bei mir ist das umgekehrt, ich brauche lange, bis ich den Höhepunkt erreiche, und manchmal schaffe ich das nicht, das macht mich sehr unglücklich. Ich bin über 40 Jahre verheiratet, aber mit meiner Frau habe ich keinen Sex mehr. Ich kenne seit über 2 Jahren eine Frau, die mir nahe steht, auch in Sachen Sex. Was kann ich tun oder was mache ich falsch, das ich so schwer "ejakuliere"? Für einen Hinweis von Ihnen wäre ich sehr dankbar.

Antwort: Hi E! Manche Menschen verlieren im höheren Lebensalter aus verschiedenen Gründen das Interesse, Sex zu praktizieren. Bei anderen bleibt das Bedürfnis ein Leben lang bestehen. Dabei muß man sich genau wie in anderen Lebensbereichen auf altersbedingte Veränderungen einstellen. Im Gegensatz zu Frauen, bei denen die Orgasmusfähigkeit mit den Jahren nicht nachläßt, müssen sich Männer jenseits der 60 damit abfinden, daß sie zunehmend länger brauchen, um zum Orgasmus zu kommen und daß sich die Erholungsphasen zwischen den Orgasmen auf mehrere Stunden oder Tage ausdehnen. Auch erleben ältere Männer Orgasmus und Samenerguß häufig nicht mehr so intensiv. Es ist also kein individueller "Fehler", sondern der Gang der Natur, wenn Du heute schwerer kommst als früher. Am besten, Du versuchst, diesen Umstand hinzunehmen und Dich nicht mit unrealistischen Leistungserwartungen zu frustrieren. Viele Männer wären froh, wenn es ihnen gesundheitlich noch so gut ginge wie Dir und wenn sie noch Sex erleben könnten. Vermiese Dir nicht selbst das Leben. Genieße lieber das körperliche Zusammensein mit Deiner Freundin und konzentriere Dich auf all die schönen Dinge, die ihr und Dir sexuelles Vergnügen bereiten. Der Orgasmus ist schließlich nicht das Maß aller Dinge. Viel Spaß!


© bei Dr. Sexpert & AdultShop

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