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Dr. Sexpert ist eine Diplom-Psychologin aus Deutschland. Hier ist das Archiv ihrer Antworten zu Herzschmerz, Lustfrust und Liebeswehwehchen. Du findest hier kompetente Beratung zu Liebe, Sex, Beziehungen sowie sexuellen Vorlieben, Praktiken und Problemen.

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Thema Beziehungsfragen - sexuell

Frage: Ich bin seit vier Jahren mit meiner Freundin zusammen, und jetzt will sie mich verlassen. Es ist nicht, daß sie mich nicht liebt, nur daß sie auch mit anderen schlafen will und so weiter. Sie will ihre Freiheit; sie war erst 17 als wir zusammenkamen und hatte vorher noch keinen richtigen Freund. Sie sagt, sie liebt mich, aber sie will mir nicht wehtun. Ich kann mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Auch wenn es wehtäte, dann soll sie lieber fremdgehen. Wie kann ich sie nur halten? Bitte helfen Sie mir, ich weiß nicht mehr weiter ...
K. P.

Antwort: Hallo! Ihr befindet Euch wirklich in einer paradoxen Situation: Trennung aus Liebe? Was sich in den letzten vier Jahren zwischen Euch entwickelt hat an Zuneigung, Verständnis und Liebe, ist viel wert und sollte nicht vorschnell aufgegeben werden. Gerade Bindungen, die in jungen Jahren entstehen, können sehr tief gehen und lassen sich nicht einfach als belanglose "Jugendliebe" abtun.

Es ist deshalb gut, daß Du zunächst an der Beziehung festhältst. Verständlich ist aber auch der Freiheitsdrang Deiner Freundin. Ebenso wie manche Menschen vorschnell Beziehungen aufgeben, halten andere verkrampft an ihren Zweierkisten fest, weil sie Angst vor dem Alleinsein haben. Und das böse Erwachen kommt dann im höheren Alter, wenn man feststellt, das Leben verpaßt zu haben. Eine frustrierte verbitterte Ehefrau will Deine Freundin offensichtlich nicht werden, sondern das Leben auskosten. Ihre Lebensfreude und ihr Lebenshunger müssen sich dabei nicht automatisch gegen Dich richten. Mit Geduld, Veränderungsbereitschaft und Glück kann Eure Beziehung sich sogar verbessern.

Oft werden Bindungswunsch und Freiheitsdrang gegeneinander ausgespielt: Entweder monogame Partnerschaft oder sexuelle Freiheiten als Single. Für viele Menschen wäre statt dieser beiden Extreme jedoch ein goldener Mittelweg viel besser. Man kann eine liebevolle und verantwortungsvolle Partnerschaft führen und sich gleichzeitig auch - im gegenseitigen Einvernehmen - sexuelle Freiheiten zugestehen. Oft wird behauptet, daß solche "offenen Beziehungen" oder "offenen Ehen" wegen Eifersucht grundsätzlich nicht klappen können. Aber das stimmt nicht. Sicher ist es nicht einfach, mit der immer wieder aufkommenden Eifersucht, mit Verlustangst oder Enttäuschung umzugehen - aber es kann sich lohnen, diese Mühen auf sich zu nehmen, um eine reifere und tragfähigere Beziehung zu entwickeln, in der beide sich entfalten können und Heimlichkeiten, Fremdgehen und Lügen nicht notwendig sind.

Überlegt beide, ob Ihr Euch auf das gemeinsame Abenteuer einer "offenen Beziehung" einlassen wollt. Lest vielleicht auch entsprechende Literatur, denn es gibt durchaus Paare, die hier Vorbild sein können. Wenn Du das Verhalten Deiner Freundin jedoch weiterhin als "fremdgehen" erlebst, es nur zähneknirschend erduldest, um sie nicht zu verlieren, dann entfernt Ihr Euch voneinander und solltet Euch lieber doch trennen, damit es nicht in eine endlose Quälerei für Dich ausartet.


Frage: Ich würde gerne von Ihnen wissen, ob es normal ist, wenn ich immer Sex haben will? Ich bin jetzt schon 3,5 Jahre mit meiner Frau zusammen, und sie befriedigt mich auch immer, aber ich könnte am nächsten Tag schon wieder, aber das möchte meine Frau nicht immer so gerne. Also habe ich mir überlegt, eine Lustmuschi aus Ihrem Shop zu bestellen! Glauben Sie, ich sollte es lieber nicht tun? Bitte geben Sie mir einen Rat, denn ich weiß nicht mehr weiter!!!
MfG, Thomas

Antwort: Hallo Thomas. Lust auf Sex ist völlig normal. Wichtig ist es jedoch, wie man mit der Lust umgeht. Das betrifft sowohl den Umgang mit der eigenen Person als auch mit der Beziehung. Solosex, also Sex mit sich selbst, ist kein Ersatz für Partnersex, sondern einfach eine andere, gleichberechtigte Ausdrucksform von Sexualität. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen und das zu unterdrücken. Du kannst auf Sexspielzeug zurückgreifen oder es Dir mit der Hand machen, Du kannst Bücher, Magazine und Filme anschauen oder einfach nur Deine Phantasie spielen lassen. Wichtig ist es, Solosex wirklich als angenehmes Erlebnis im Alltag zu genießen und nicht nur auf schnelle Triebabfuhr am Waschbecken zu reduzieren.

Viele Menschen klagen heute über ständige Lustlosigkeit und Langeweile und würden gern mal wieder ihren Sextrieb spüren. Also mach' das beste draus und genieße es, Dich selbst zu befriedigen. Was die Beziehung zu Deiner Frau bestrifft, so solltest Du darauf achten, daß Du sie nicht unter Druck setzt oder sie das Gefühl bekommt, nur aus Pflichtgefühl Sex haben zu müssen. Das tötet nämlich die Leidenschaft und erzeugt viel Frust in der Ehe. Gut wäre es, wenn Du Dich manchmal bewußt zurückhältst und von Deiner Seite keinen Sex initiierst, damit Deine Frau die Gelegenheit hat, auf Dich zuzukommen.

Setze Dich auch dafür ein, das Liebesleben mit Deiner Frau abwechslungsreich zu gestalten und ihre Wünsche kennenzulernen und - soweit es Dir möglich ist - auch zu erfüllen. Das betrifft bestimmte Sextechniken ebenso wie Zärtlichkeiten, die nicht unbedingt auf Sex hinauslaufen. Manchmal kommt ein starkes Bedürfnis nach häufigem Sex auch daher, daß der Sex, den man hat, nicht tief genug erlebt wird. Das ist dann häufig eine Frage von emotionaler Nähe. Sorge für romantische Momente, geht mal wieder zusammen aus oder unternehmt einen Wochenendausflug - Entspannung, Erholung und Geborgenheit bringen nicht nur die Beziehung zum Aufblühen, sondern sind auch ein gutes Mittel gegen unangenehme Gefühle der Unruhe und des Getriebenseins.


Frage: Ich hatte jetzt mit meinem Freund schon ca. 20 bis 25 mal Sex, und wir sind seit ungefähr 3 Monaten zusammen, aber beim Sex habe ich nicht das unbeschreiblich tolle Gefühl, von dem alle immer so reden. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie macht mich das schon fertig. Woran kann das liegen? Ich bin auch in der ganzen Zeit nicht einmal gekommen, nur bei anderen Sachen, aber nicht beim Sex. Es ist alles echt sehr wichtig - ich habe Angst, daß deswegen meine Beziehung kaputt geht.
Danke, Deine Isi

Antwort: Hallo Isi! Na klar ist Dein Problem wichtig. Schließlich geht es um Deinen Spaß beim Sex, um Dein Selbstwertgefühl und um Eure Beziehung. Zu Deiner Beruhigung kann ich Dir sagen, daß viele junge Beziehungen mit haargenau demselben Problem zu kämpfen haben. Ihr seid da eher die Regel als die Ausnahme - auch wenn es natürlich kaum jemand freiwillig zugibt, sexuelle Probleme zu haben.

Und noch eine gute Nachricht: Mit Dir ist alles in Ordnung! Daß Du beim Geschlechtsverkehr nicht automatisch ein "unbeschreiblich tolles Gefühl" hast, ist völlig normal. Geschlechtsverkehr ist nämlich nicht mit Sex gleichzusetzen. Er ist nur ein möglicher Bestandteil des Liebesspiels und funktioniert auch nur in Kombination mit anderen sexuellen Dingen. Einfach den Penis in die Vagina zu stecken erzeugt in der Regel keinen besonders positiven Effekt bei der Frau - und so ist Sex ja auch nicht gedacht. Sich körperlich zu lieben bedeutet doch, sich miteinander wohlzufühlen, sich zu spüren und auch zum Höhepunkt zu kommen. Aktionen, bei denen man nichts empfindet oder die sogar wehtun, können eigentlich nicht zum Sex gezählt werden. Dafür sind alle Dinge, die Dich anmachen, feucht machen und bei denen Du kommst, 100%iger Sex. Ändert Eure Einstellung und konzentriert Euch beim Sex auf die sexuelle Lust und nicht auf das Ziel Geschlechtsverkehr.

Wenn Ihr eine Weile guten Sex ohne Geschlechtsverkehr hattet, bekommst Du vielleicht Lust, es wieder zu probieren. Dann achtet auf Verhütung. Geht behutsam vor und vergeßt auch nicht, Deinen Kitzler zu streicheln, während Ihr zusammen schlaft. Wenn Du z.B. auf Deinem Freund sitzt, kannst Du selbst Deinen Kitzler gut erreichen oder Dich von Deinem Freund streicheln lassen. Einen "freihändigen" Orgasmus haben nur wenige Frauen, schließlich ist nicht die Vagina das Lustzentrum, sondern eben der Kitzler. Es gibt noch viel zu entdecken und auszuprobieren und Dein Freund ist hoffentlich mit von der Partie. Sprich mit ihm und beschließt gemeinsam, daß Euer Sex auf Spaß und nicht auf Streß hinauslaufen soll. Manche Jungen und Männer wollen sich dieser Vorstellung leider nicht anschließen und lieber stereotyp Geschlechtsverkehr durchziehen. Falls Dein Freund zu dieser Sorte gehört, solltest Du Dich lieber von ihm verabschieden, anstatt Dich länger mit schlechtem Sex herumzuärgern.


Frage: Ich habe zur Zeit große Probleme mit meinem Freund - er hat einfach keine Lust. Ich bin 23 und er ist 32. Er sagt, daß man(n) in diesem Alter eben etwas ruhiger wird. - ETWAS?? - Dann haben wir in 2 Jahren gar keinen Sex mehr.

Wir wohnen seit 2 Monaten zusammen, haben jeden Abend die Möglichkeit und am Wochenende sowieso. Er sagt, er hätte zuviel Streß (wenn ich Streß habe, brauche ich gerade Sex). Meine Exfreunde wollten nie woanders sein, als im Bett mit mir (mein Ex war sogar nach 5 Jahren noch scharf wie ein Radieschen auf mich). Ich traue mich schon gar nicht mehr ihn anzumachen, weil ich Angst habe, wieder einen Korb zu bekommen.

Dabei bekommt er im Bett von mir alles, was er will (und das ist sehr viel mehr als meine Freundinnen je zulassen würden). Er meinte auch, daß er noch nie so guten Sex hatte wie mit mir. Zu Anfang unserer Beziehung ist er sogar beim Sex ein paar mal fast in Ohnmacht gefallen. Was kann ich nur gegen diese Bequemlichkeit tun?? Jetzt sagen Sie bitte nicht, mit ihm reden. Das habe ich schon ein paar mal versucht, und dann heult er mich nur wieder voll, was er doch für Probleme hat (meine Probleme erzähle ich ihm schon gar nicht mehr).

Gibt es nicht irgendwas, wie ich ihn hintenherum wieder zu mehr Lust und vor allem Aktivität (er sitzt nur auf der Couch) bringen könnte? BITTE, BITTE HELFEN SIE MIR.
Liebe Grüße, Melanie

Antwort: Hallo Melanie! Deine Schilderung beweist einmal wieder, daß der ewig sexgeile und schwanzgesteuerte Mann ein Mythos ist. Es ist ja ganz gut, daß Männer in Wirklichkeit doch noch andere Dinge als nur Sex beschäftigen. Aber wenn man sie kaum noch ins Bett bekommt, wird es natürlich frustrierend. Bei Euch scheinen verschiedene Faktoren eine Rolle zu spielen:
Zunächst einmal gibt es einfach unterschiedliche Bedürfnisse, was Sexhäufigkeit betrifft, die lassen sich auch mit noch so guten "Tricks" leider nicht ganz beseitigen. Auch die Sache mit dem Streß ist ernstzunehmen: Manche Menschen (so wie Du) wollen gerade in stressigen Phasen Sex, weil er entspannt, andere Menschen (so wie Dein Freund) werden durch Streß einfach nur gereizt und lustlos.

Euer Zusammenwohnen könnte durch ein Übermaß an Nähe und Alltäglichkeit den sexuellen Reiz reduzieren. Ebenso kann - paradoxerweise - die Gewissheit gegenseitiger Liebe und ständiger sexueller Bereitschaft abturnend wirken: Die Herausforderung fehlt, Sex wird zur Gewohnheit oder gar zur Pflicht.

Was also könntest Du tun? Hier ein paar Anregungen: Akzeptiere die etwas ruhigere Art Deines Freundes. Hilf ihm, im Alltag Streß abzubauen. Sorge für Deinen eigenen sexuellen Spaß, es gibt genügend Möglichkeiten, wie Du Dich mit Dir selbst vergnügen kannst. Das ist kein Ersatz für Sex mit Deinem Partner, aber trotzdem gut für's seelische Gleichgewicht. Setze Deinen Freund nicht unter Druck, sonst zieht er sich noch mehr zurück.

Überlegt auch, ob Ihr vielleicht mit getrennten Wohnungen oder mit mehr getrennten Freizeitaktivitäten besser fahrt und mehr Pep in Euren Alltag bringt. Betätige Dich nicht als Therapeutin Deines Freundes, da entwickelt er nur Widerstand. Verändere lieber Dein eigenes Verhalten: Sorge für Abwechslung, neue Aktivitäten und Spaß in Deinem Leben. Mach Deine Laune nicht davon abhängig, wie genervt oder müde Dein Freund ist. Wenn Du aus Deiner momentanen Rolle als "frustrierte Ehefrau" ausbrichst und aktiv wirst, entscheidet sich Dein Freund vielleicht nach einer Weile auch zu Verhaltensänderungen. Wenn nicht, wirst Du vermutlich glücklicher mit jemandem, der im Lebenstempo und Sexstil besser zu Dir paßt. Viel Glück!


Frage: Ich bin beim Sex sehr laut und stöhne und rede viel. Bisher hat es keinen gestört, aber mein neuer Partner sagt, es turnt ihn richtig ab. Ich kann mich aber kaum zurückhalten, es kommt eben einfach über mich. Was würden Sie uns zur Lösung raten?
R.K.

Antwort: Hallo! Dein neuer Partner sollte sich eigentlich freuen, daß Du bei Eurem Sex so abgehst. Nun hat er dummerweise einen anderen Geschmack und scheint bislang stillen Sex vorzuziehen. Das ist vermutlich doppelt blöd für Dich: Du müsstest praktisch Deine eigene Lust zügeln, um leiser zu werden - und wer verdirbt sich schon gern selbst den Spaß? Zudem ist es natürlich auch etwas traurig, wenn dem Partner die eigenen sexuellen Besonderheiten nicht gefallen. Da kann man sich schon auch zurückgewiesen fühlen. Aber vielleicht ist ja noch etwas zu machen. Du solltest zunächst genauer ergründen, worin die Ablehnung Deines Partners liegt und worauf sie sich exakt bezieht. Vielleicht steht Peinlichkeit im Vordergrund und die Angst, die Nachbarn oder Kinder könnten etwas hören. Hier müsstet Ihr dann halt für Bedingungen sorgen, in denen Ihr definitiv keine Ohrenzeugen habt.

Du könntest auch überlegen und Deinen Freund fragen, ob es vielleicht einzelne Worte oder Wendungen sind, die ein rotes Tuch für ihn darstellen, etwa weil sie unangenehme Assoziationen wachrufen oder von ihm einfach als zu vulgär empfunden werden. Falls es sich um eine abgrenzbare Abneigung gegen bestimmte Formulierungen handelt, kannst Du Dich vielleicht darauf einstellen, ohne ganz zum Schweigen verurteilt zu sein. Vielleicht gibt es ja sogar einige Dinge, die er ganz gerne hört und die Du verstärkt verlauten lassen könntest. Schließlich kannst Du auch probieren, ob er sich vielleicht nach und nach an Deinen Stil gewöhnt. Vielleicht kannst Du Dich anfangs ein bißchen zurückhalten und dann mit der Zeit langsam wieder steigern, so daß er Gelegenheit hat, sich auf lauten Sex einzustellen. Wenn Ihr Euch ansonsten gut versteht und der Sex Spaß macht, ist ja doch oftmals auch mit beiderseitigem Entgegenkommen und mit Lerneffekten zu rechnen. Falls sich die Sache aber auf Dauer nicht einspielt, mußt Du vielleicht auch anerkennen, daß Ihr sexuell nicht ganz auf derselben Wellenlänge seid.


Frage: Ich bin 28 Jahre alt und seit 2 Jahren mit meinem Freund zusammen. Langsam stellt es sich heraus, daß wir beide sehr unterschiedliche Ansichten über Häufigkeit von Sex und haben. Ich möchte mindestens ein- oder zweimal die Woche Sex haben, leider passiert das sehr wenig oder überhaupt nicht. Ich kann mich sehr glücklich schätzen, wenn ich zwei- bis dreimal im Monat Sex habe, in den letzten Monaten sogar nur einmal. Unser Sexualleben beschränkt sich nur auf Küssen und Umarmungen. Wir gehen nicht einmal zusammen schlafen, weil er noch ein bißchen fernschauen oder Musik hören will.

Derzeit arbeite ich nicht (früher als wir uns kennengelernt haben, hatte ich noch einen Job), sondern lerne ich für die Uni zu Hause. Mein Freund arbeitet sehr viel bis spät am Abend. Ich habe Verständnis, daß er viel Streß hat und immer müde nach Hause kommt. Ich versuche auch, zu verstehen, daß er immer öfter seine Ruhe und Privatsphäre haben will. Ich versuche eine gute Hausfrau und jederzeit für ihn da zu sein und nicht etwas unangemessenes zu machen.

Seit längerer Zeit weiß ich, daß er masturbiert. Damals, als ich das herausgefunden habe, ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Heute versuche ich, mich zu beruhigen, daß es nicht so schlecht ist. Mich stört es nur, daß ich nicht daran teilnehmen kann. Wir haben ein paar Mal darüber geredet. Für ihn ist Sex nicht das wichtigste in einer Beziehung. Er hält nicht viel von Reizwäsche, Videos oder Kerzenschein. Ich weiß nicht, was ich machen soll, denn durch meinen "Drang" wird die Beziehung immer schlechter und er will immer weniger. Soll ich diese Situation einfach akzeptieren, mich auf meine Prüfungen konzentrieren und auf bessere Zeiten warten? Ich möchte ihn nicht verlieren.
Vielen Dank, Amalia

Antwort: Hallo Amalia! Daß Ihr momentan in einem "Teufelskreis" steckt, hast Du ja schon selbst bemerkt: Je unzufriedener Du bist, umso mehr zieht Dein Freund sich zurück und umso größer wird Dein Frust usw. Jetzt geht es darum, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. In Eurer Beziehung besteht sehr viel Nähe: Du bist den ganzen Tag zu Hause, kümmerst Dich um alles, bist anhänglich, willst Sex. Im Prinzip ist Nähe in einer Partnerschaft sehr schön, aber es kann eben auch etwas zu viel werden. Dann ist die Nähe nicht wohltuend, sondern wirkt einengend und erstickend, obwohl man das gar nicht will.

Versuche doch, etwas mehr Freude am Leben zu finden jenseits der Partnerschaft. Damit meine ich nicht, daß Du fremdgehen sollst. Suche Dir ein geselliges Hobby, vielleicht einen Kochkurs, Bauchtanz, einen Sprachkurs oder einen Sportverein. Knüpfe neue Kontakte und entwickle eigene Interessen - damit verhältst Du Dich nicht "unangemessen". Im Gegenteil: Dein Freund wird froh sein, wenn Du gute Laune hast, weil Du etwas Schönes erlebst und nicht die ganze Zeit auf ihn wartest, damit er Dich aufmuntert. Gestalte Deinen Alltag neben dem Lernen aktiver und geselliger, dann wirst Du Dich zufriedener fühlen.

Genieße Dein sexuelles Verlangen auch für Dich allein. Du kannst mit Dir selber spielen, Filme anschauen, Bücher lesen - was immer Dir Spaß macht. Das soll kein "Ersatz" sein für Sex mit Deinem Mann, sondern einfach eine Möglichkeit, Dir selbst Freude zu bereiten. Es gibt neben der Sexualität, die man mit dem Partner teilt, auch immer die eigene Sexualität, das ist eine ganz natürliche Ergänzung. Konservativ erzogene Frauen haben oft große Angst, zu "egoistisch" zu sein. Sie opfern sich lieber für andere auf, weil sie denken, daß sonst die Beziehung auseinanderbricht oder sie abgelehnt werden. Paradoxerweise ist es aber gerade so, daß dieses Sich-Aufopfern und Ganz-auf-eine-Person-Konzentrieren von der Gegenseite oft nicht als Liebesbekundung, sondern als Belastung empfunden wird. Denn bei einer Frau, die sich völlig für ihren Mann aufopfert, geht die Welt unter, wenn der Mann sich nicht ständig optimal um sie kümmert. Und damit fühlt sich der Mann unter Druck gesetzt.

Ich denke, Du profitierst auf alle Fälle, wenn Du Dir Betätigungsfelder außerhalb Deiner Beziehung suchst, mehr Spaß hast, Deinen "Drang" durch lustvolle Selbstbefriedigung abbaust und insgesamt selbständiger wirst. Wenn Du Deinem Mann nicht nur zähneknirschend mehr Privatsphäre läßt, sondern selbst öfter mal beschäftigt und unterwegs bist, wird er vielleicht wieder mehr aus seinem Schneckenhaus herauskommen. Auch Du wirst mit der Zeit neue Perspektiven und Stärken entwickeln. Viel Glück und viel Erfolg für die Prüfungen!


Frage: Ich bin 38 Jahre alt, glücklich verheiratet, 2 Kinder (13 und 9 Jahre). In den langen Jahren der Partnerschaft nahmen wir uns 3 bis 4 mal pro Woche Zeit für den Austausch von Zärtlichkeiten. Ein langes ausgiebiges Vorspiel (meist hat meine Frau dabei bereits einen Orgasmus) gehörte dazu. Für mich war es dabei kein Problem, meinen Orgasmus zu steuern und somit erst nach einem langen Spiel zum Samenerguß zu kommen.

Seit ein paar Monaten habe ich eine neue Position im Außendienst. Dies bedeutet, daß ich häufig auf Dienstreisen bin. Am Wochenende ist somit erst die Zeit für Zärtlichkeit. Leider ist es aber so, daß ich meine Erregung kaum noch steuern kann. Kurz gesagt: Ich komme immer sehr schnell zum Orgasmus. Dabei ist es schon passiert, das ich bereits während des Vorspiels, als ich meine Frau oral stimulierte, ohne Stimulation zum Samenerguß kam. Irgendwie weiß ich nun nicht mehr, wie ich mit der Situation umgehen soll. Für ein erfüllendes Sexualleben würde ich vieles tun, jedoch weiß ich nicht, was ich noch tun soll. Zum Arzt habe ich mich bisher nicht getraut, um mir vielleicht medizinische Hilfe (wenn es denn irgendwelche Medikamente gibt) zu holen. Deshalb war ich sehr froh, auf Ihre Adresse gestoßen zu sein, vielleicht können Sie mir ja helfen und mir ein paar Ratschläge geben.
Mit freundlichen Grüßen, Frank

Antwort: Hallo Frank! Es ist verständlich, daß Du am Wochenende Schwierigkeiten hast, Deinen Orgasmus zu kontrollieren - nach tagelanger Abstinenz unter der Woche reagierst Du auf das Zusammensein mit Deiner Frau einfach sehr stark. Ich könnte mir vorstellen, daß drei Dinge Dir helfen, den Zeitpunkt Deines Orgasmus' auch unter den neuen Bedingungen der Wochenend-Ehe besser zu kontrollieren:

  • Zunächst einmal kannst Du auf die klassischen körperlichen Methoden zur Orgasmuskontrolle zurückgreifen: Nach der sogenannten "Start-Stopp-Methode" solltest Du beim Liebesspiel mit Deiner Frau langsam vorgehen und immer dann stoppen, wenn Du den Orgasmus näherkommen spürst. Laß das Gefühl abklingen und mach' erst dann weiter. Mit etwas Übung kannst Du auf diese Weise Dein Körperempfinden verbessern und verhindern, von einem plötzlichen Orgasmus überrascht zu werden. Zudem kannst Du durch Anspannen der Beckenbodenmuskulatur eine Ejakulation unterdrücken. Deine Beckenbodenmuskulatur trainierst Du am besten, indem Du die Muskeln, die für das Zurückhalten bzw. Herauspressen von Stuhl und Urin zuständig sind, im Wechsel anspannst und entspannst. Man nennt dieses Training der Beckenbodenmuskulatur auch "Kegel-Übungen" nach dem amerikanischen Arzt Arnold Kegel. Eine gut trainierte Beckenbodenmuskulatur beugt vorzeitigem Kommen vor.

  • Zudem könntet Ihr versuchen, trotz räumlicher Trennung sexuell in Verbindung zu bleiben, etwa per E-Mail, Chat, Brief oder Telefon. Das mag am Anfang vielleicht etwas ungewohnt oder gar peinlich wirken, kann aber in Eurer Sexualität neue Akzente setzen. Ihr könnt Euch zum Beispiel durch erotische Briefe oder heiße Telefonate, bei denen Ihr Eure Phantasien austauscht und gemeinsam zum Höhepunkt kommt, Befriedigung verschaffen, so daß gar nicht erst so lange abstinente Durststrecken entstehen.

  • Es ist auch überhaupt nichts dagegen zu sagen, wenn Du für Dich alleine masturbierst. Du mußt es ja nicht lieblos im Bad tun, sondern kannst Dir Zeit nehmen und im Geist schöne Erinnerungen wachrufen oder aufregende Pläne schmieden. Konzentriere Dich nicht auf schnelle Spannungsabfuhr, sondern genieße Deinen Körper und laß Deinen Gedanken freien Lauf


Selbstbefriedigung ist kein Ersatz für Sex mit einem anderen Menschen, aber eine gute Möglichkeit, sich zu verwöhnen und sexuell ins Gleichgewicht zu kommen.


Frage: Mein Name ist Oliver und ich bin 27 Jahre alt. Meine Freundin und ich sind jetzt etwa 6 Monate zusammen, und es stellt sich langsam heraus, daß wir beide sehr unterschiedliche Ansichten über die Häufigkeit von Sex und Geschlechtsverkehr haben. Ich möchte meistens jeden Tag Sex haben, und meine Freundin höchstens zwei- bis dreimal die Woche. Manchmal sogar noch weniger. Ich weiß nicht, was ich weiter machen soll, denn durch meinen "Drang" wird die Beziehung immer schlechter, und sie will immer weniger. Zuerst wollte sie Zeit haben, aber ich habe das Gefühl, daß sich nichts verändert. Natürlich wird das Problem immer größer, denn ich versuche es jetzt mittlerweile ständig, und sie macht immer mehr zu. Soll ich mir den Sex woanders holen, oder wie soll ich es anstellen. Ich weiß nicht mehr weiter und bin sehr verzweifelt. Hat die Beziehung vielleicht überhaupt keinen Sinn mehr?
Liebe Grüße, Oliver

Antwort: Hallo Oliver. Die Situation hört sich für Euch beide sehr unangenehm an, und es wäre wirklich an der Zeit, etwas zu verändern. Daß Ihr Euch in einem Teufelskreis befindet, hast Du ja schon selbst bemerkt: Je mehr Du Deine Freundin bedrängst, umso mehr zieht sie sich zurück. Abgesehen von dem sexuellen Frust kommt so auch emotionale Distanz dazu. Setze Dich mit Deiner Freundin zusammen und beratschlagt gemeinsam, was zu tun ist. Seid ehrlich und klärt zunächst, ob wirklich noch eine gemeinsame Basis vorhanden ist: Liebt Ihr Euch? Wollt Ihr zusammenbleiben? Seid Ihr bereit, in sexueller Hinsicht einen fairen Kompromiß zu suchen? Wenn Ihr diese Fragen mit "ja" beantworten könnt, geht es darum, Euer bisheriges Sex-muster zu verändern. Du solltest zum Beispiel versuchen, Deinen "Drang" etwas in den Griff zu bekommen. Es ist nicht besonders schön für Deine Freundin, wenn sie das Gefühl hat, daß Du nur mit ihr ins Bett willst, weil Du notgeil bist. Suche Dir deshalb unabhängig von Deiner Freundin lustvolle Möglichkeiten der Befriedigung. Du mußt ja nicht gleich fremdgehen, sondern kannst Dich auch einfach öfter mal selbst befriedigen. Zudem könntet Ihr Eure Definition von Sex überprüfen. Vielleicht hält Deine Freundin Dich manchmal auf Abstand, weil sie keinen Geschlechtsverkehr will und weiß, daß körperliche Nähe bei Dir immer schnell auf das "eine" hinausläuft. Wenn Du ihr zum Beispiel klarmachst, daß es beim Kuscheln, Küssen oder gemeinsamen Masturbieren bleiben kann, ohne daß es weiter geht, hat Deine Freundin vielleicht auch öfter Lust auf Deine Nähe. Vielleicht ist es auch so, daß Deine Freundin mit Eurem Sex nicht so ganz zufrieden ist, etwa weil sie dabei selten zum Höhepunkt kommt. Versuche, ihre Wünsche herauszufinden und die Qualität Eures Sex' zu verbessern - das kann sich auch auf die Quantität positiv auswirken. Solltet Ihr jedoch trotz guten Willens keinen gemeinsamen Nenner finden, ist in Sachen Beziehung ein Ende mit Schrecken vielleicht doch besser als ein Schrecken ohne Ende.


Frage: Ich bin in einer verflixten Lage. Außer allgemeinen Zwistigkeiten in unserer 40jährigen Ehe, gab es auch in unserem Sexualleben von Anfang an eine relative Eintönigkeit. Ich bemerke, daß außereheliche Beziehungen nicht vorhanden sind und waren. Aus diesem Grund möchte ich mich in dieser Richtung an Sie wenden, um wenigsten zu wissen was ich versäumt habe. Ich kenne aus der ehelichen Praxis nur die "Maulwurfstellung", d.h. abends, Licht aus, Rolladen runter, Decke drüber, Missionarstellung, Nachthemd der Frau an, Frau inaktiv (einige Male dabei ein Buch gelesen). Jede andere Stellung, Licht an, eventuelles Tragen von Reizwäsche, nackt Sex zu praktizieren oder über Sex und Sexualität sprechen sei pervers oder nuttenhaft. Ich stelle mir vor, daß das Sexualleben schön sein kann und die allgemeine gute eheliche Beziehung aufrecht erhalten und fördern kann.

Der Stand der Dinge bei uns: Migräne, Müdigkeit, keine Lust, es ist zu spät - das sind die Ausreden. Ich weiß Nie, darf ich jetzt dran oder nicht. Wenn es zu Zärtlichkeiten vor dem Schlafengehen kommt und wir gereizt in Richtung Bad/Schlafzimmer gehen, muß noch die Küche aufgeräumt oder sonst was erledigt werden. Die Reizung ist im Eimer und die Initiative ist noch nie von der Frau ausgegangen.

Die Fragen: Darf eine Frau die Initiative ergreifen, Reizwäsche tragen, andere Stellungen oder Praktiken benutzen, Sex bei Tag und außerhalb des Schlafzimmers betreiben ohne sich dabei nuttenhaft zu verhalten? Welche Stellungen sind als sittlich zu betrachten? Welche Praktiken sind sittlich?
Mit Dank im Voraus Nick

Antwort: Hallo Nick! Eine allgemeinverbindliche Antwort dazu, wie man sich im Bett zu verhalten hat, was dabei "sittlich" oder "unsittlich", "normal" oder "pervers" ist, läßt sich nicht geben. Entscheidend ist, daß alle Beteiligten einverstanden sind und am Geschehen Freude haben. Wenn Deine Frau also sagt, daß sie diese oder jene Praktik "unsittlich", "pervers" oder "nuttenhaft" findet, dann heißt das vor allem, das sie darauf keine Lust hat. Da hilft kein Argumentieren mit "Definitionen", sondern da geht es darum, auf die Gefühle einzugehen. Auch Migräne oder Putzen sind weniger "Ausreden" als vielmehr ein Zeichen dafür, daß Deine Frau an Eurem Sexleben nicht viel Spaß hat. Sie macht wohl nur mit, weil Du es willst. Offensichtlich habt Ihr Euch in 40 Jahren Ehe sexuell in eine Sackgasse manövriert, das ist natürlich für Euch beide schade. Deine Frau hat wohl nie die Chance gehabt, lustvollen Sex kennenzulernen und ist vielmehr damit beschäftigt, Dich auf Distanz zu halten, weil Euer Sex für sie kein Vergnügen, sondern nur Pflichtprogramm ist.

Du sprichst davon, daß Eure eheliche Beziehung insgesamt gut ist. Sicherlich habt Ihr Euch im Alltag gut arrangiert, sonst wärt Ihr nicht so lange zusammen. Andererseits zeigt die Sache mit dem sexuellen Pflichtprogramm aber auch, daß Ihr Euch gefühlsmäßig doch sehr voneinander entfernt habt oder eine bestimmte Form von Nähe vielleicht nie entstanden ist. Es gibt verschiedene Ansatzpunkte, wie man vorgehen könnte. Ein Überlegung wäre tatsächlich, das eheliche Arrangement, wie es seit 40 Jahren funktioniert, bestehen zu lassen. Vielleicht solltest Du einfach mal ein sexuelles Abenteuer außerhalb der Ehe probieren oder eine Affäre eingehen. Deiner Frau wäre das vielleicht sogar lieb und recht, dann hätte sie ihre Ruhe. Natürlich ist das keine Ideallösung und wir alle wünschen uns tollen Sex mit unseren Lebens- und Ehepartnern, aber das ist in der Realität halt oft nicht zu haben. Ein anderer Weg wäre der Versuch, tatsächlich Eure Ehe zu verändern, vom Pflichtprogramm wegzukommen und dafür Gelegenheit zu schaffen für unbeschwerte Zärtlichkeit und ein lustvolles Liebesspiel. Der Weg dorthin führt aber nicht über weitere sexuelle Forderungen Deinerseits, sondern zunächst über eine behutsame gefühlsmäßige Annäherung. Da geht es auch nicht strategisch darum, Deine Frau zu irgendwelchen Praktiken zu überreden, sondern ihr erstmal körperlich in einer Weise nahe zu sein, die sie selbst genießt und will, ohne daß es auf Geschlechtsverkehr hinausläuft. Ich glaube, das ist nur mit echter Liebe, viel Geduld und dem ernsthaften Bestreben Deinerseits zu schaffen, Deine Frau glücklich zu sehen. Ideal wäre es, dazu eine Eheberatung in Anspruch zu nehmen, die Euch neue Ideen vermittelt und die Wiederholung festgefahrener Muster und Schuldzuweisungen verhindert. Viel Glück!


Frage: Wir sind seit 19 Jahren verheiratet. Meine Frau (38 Jahre) hat nun keine Lust mehr, mit mir zu schlafen. Ich könnte jeden Tag. Wie kann ich ihr helfen, wieder Lust zu verspüren, mit mir Sex zu haben?
Gruß, Willy (40 Jahre)

Antwort: Hallo Willy! Sexuell bist Du in Deiner Ehe nicht mehr glücklich, und ich finde es gut, daß Du nach Lösungen suchst und nicht einfach resignierst. Um eine Veränderung zu erreichen, mußt Du jedoch zuerst herausfinden, wo genau eigentlich das Problem liegt. Falls Deine Frau ganz plötzlich keine Lust mehr auf Sex mit Dir hat und vorher eigentlich alles gut lief, liegt der Verdacht nahe, daß äußere Faktoren eine große Rolle spielen: hat Deine Frau momentan belastende Konflikte in der Verwandtschaft, Stress im Job oder akute gesundheitliche Probleme? Es gibt Lebensphasen, in denen anderes vordringlicher ist als das eheliche Liebesleben. Falls Deine Frau momentan aufgrund der äußeren Umstände schlicht keinen Nerv für Sex hat und Du an einer guten Ehe interessiert bist, solltest Du Dich vorerst darauf konzentrieren, Deine Frau bei ihren Sorgen zu unterstützen. Frage sie, wo der Schuh drückt, und biete Hilfe und Verständnis an, anstatt mangelnden Sex zu beklagen. Wenn sie merkt, daß Du auf ihrer Seite bist und ihr hilfst, eine Durststrecke zu überstehen, obwohl Du dabei mal zurückstecken mußt, werdet ihr Euch hinterher wieder näherkommen können. Falls sie gerade anderweitig verliebt ist, kommst Du mit Geduld vermutlich auch weiter als mit Vorwürfen und Forderungen. Denn wenn Eure Ehe eine gute Basis hat, dann ist eine Affäre keine wirkliche Bedrohung.

Es könnte natürlich auch sein, daß die Ursachen für den Rückzug Deiner Frau in Eurer Beziehung begründet sind. Nicht nur läßt die sexuelle Leidenschaft mit den Jahren einfach nach, auch die Liebesgefühle treten zurück, vielleicht entwickelt man sich auch auseinander. Falls Du also den Eindruck hast, daß Eure Ehe in sexueller und/oder anderer Hinsicht schon länger nicht so ganz in Ordnung ist, seid Ihr nun gefordert, an Eurer Beziehung zu arbeiten. Nehmt Euch die Zeit, Euch in möglichst guter Stimmung mal zusammenzusetzen und Bilanz zu ziehen: wie stellt Deine Frau sich Eure Ehe idealerweise vor? Welche Vorstellungen hast Du? Seid ehrlich zueinander und sagt Euch, was stört und fehlt, aber auch, was gut und ausbaufähig ist. Laßt das Gespräch nicht in Vorwürfe abgleiten und konzentriert Euch auch nicht nur auf das Sexuelle. Wenn klar ist, daß Ihr beide noch gemeinsame Träume habt, dann macht Euch daran, diese umzusetzen und gemeinsam Kompromisse zu finden. Was Sex betrifft, sollte Deine Frau nicht den Eindruck haben, daß Du Pflichterfüllung forderst, sondern daß es Dir eben auch darum geht, sie glücklich zu machen. Frage sie nach ihren Wünschen, schafft bewußt romantische Situationen außerhalb des Alltags, kommt Euch körperlich mit Zärtlichkeiten wieder näher, ohne daß es immer auf Geschlechtsverkehr hinauslaufen muß.


Frage: Ich bin schon 22, aber immer noch Jungfrau bzw. -mann. Wie verhält man sich am besten, wenn man in dem Alter noch keine Erfahrung hat. Ich weiß nicht, wenn ich mit einer Frau schlafe, soll ich es ihr dann sagen oder nicht? Und wenn nicht, wird sie es dann nicht eh merken?
T.L.

Antwort: Ich empfehle Dir, mit offenen Karten zu spielen. Es spricht ja nicht gegen Dich, daß Du mit 22 noch keinen Geschlechtsverkehr hattest. Das geht auch anderen jungen Männer so, obwohl es natürlich nicht an die große Glocke gehängt wird. Mangels körperlicher Anzeichen kann eine Frau nicht merken, ob Du "Jungmann" bist oder nicht. Aber der Versuch, den sexuell Erfahrenen zu spielen, wird weder Dir noch Deiner Partnerin etwas bringen. Im Gegenteil, Du selbst setzt Dich unnötig unter Erfolgsdruck. Und Du verbaust Deiner Partnerin die Chance, Dich zu verstehen und entsprechend auf Dich einzugehen. Frust und Mißverständnisse sind da vorprogrammiert. Wenn Du einer Frau näherkommst und sich abzeichnet, daß Ihr intim werdet, solltest Du ihr einfach sagen, daß Du noch nie mit einer Frau geschlafen hast. Sage ihr, daß Du zwar etwas nervös bist, aber gerne viel dazulernen willst. Eine Frau, die Dich mag, wird Deine Ehrlichkeit zu schätzen wissen und sich bestimmt nicht über Dich lustig machen. Dein "Geständnis" könnt Ihr nutzen, um gleich im Vorfeld offen über Eure sexuellen Vorstellungen zu sprechen. Guter Sex kommt ja nicht dadurch zustande, daß Du aus dem Stand die tolle Nummer hinlegst, sondern dadurch, daß Du die Vorlieben Deiner Partnerin kennenlernst. Wer nicht fragt bleibt dumm - das gilt gerade in sexueller Hinsicht. Mach' Dir Deine Unerfahrenheit also zunutze, indem Du Dich besonders neugierig und lernbegierig zeigst - damit kannst Du im Zweifelsfall besser landen als jemand, der sich durch seine Vorerfahrungen schon auf ein bestimmtes Schema festgelegt hat und weniger auf die jeweilige Partnerin eingeht. Viel Spaß!


Frage: Ich habe seit vier Jahren keine feste Freundin mehr gehabt. Sex habe ich genug, aber da mich inzwischen jede für so eine Art Cowboy hält, will keine mehr mit mir zu tun haben. Wie werde ich das Image wieder los? Haben Sie irgendeine Idee?
Lonesome Cowboy

Antwort: Also Dein Cowboy- oder Casanova-Image kommt ja vermutlich aus zwei Gründen zustande: Zum einen hat sich in Deinem Umfeld und in Deinem Bekanntenkreis herumgesprochen, wie Du Dich in der Vergangenheit verhalten hast. Zum anderen hast Du Dir wohl auch eine Art Draufgänger-Verhalten angeeignet, so daß man Dir einfach an der Nasenspitze ansieht, daß Du eher auf die schnelle Nummer als auf eine Liebesbeziehung aus bist. Wenn es Dir ernst ist mit einer festen Freundin, kannst Du an beiden Punkten etwas verändern. So könntest Du mal probieren, Deine Freizeit mit anderen Leuten und an anderen Orten zu verbringen, wo Du eben noch nicht so einen schlechten Ruf hast. Auch Partnersuche per Kontaktanzeige wäre vielleicht ein Weg für Dich. Zudem solltest Du daran arbeiten, daß sich Deine veränderte Einstellung Frauen gegenüber auch im Verhalten niederschlägt. Gespräche jenseits von Small Talk, gemeinsame Unternehmungen außerhalb des Bettes, romantische Gesten anstelle von Anmache - so oder ähnlich sollte bemerkbar sein, daß Du eben an einer ernsthaften Beziehung zu einer Frau interessiert bist. Auf Dauer kannst Du durch verändertes Verhalten wohl Dein Image in Deinem Umfeld verbessern. Laß Deine Kumpels ruhig wissen, daß Du Deinen Lebensstil umgestellt hast. Vielleicht gibt es ja auch noch die eine oder andere in Deinem Bekanntenkreis, die sich durch Dein früheres Verhalten etwas "verarscht" fühlte oder der Du das Herz gebrochen hast, weil Du falsche Hoffnungen geweckt hast. Hier könntest Du versuchen, im Nachhinein durch ein offenes Gespräch, den Schaden zumindest zu begrenzen und zu beweisen, daß Du neben Sex auch Gefühle ernstnimmst.


Frage: Wir sind jetzt ca. 19 Jahre verheiratet. Meine Frage ist nun, wie unser Intimleben etwas aufgefrischt werden kann. Meine Frau ist etwas schüchtern und traut sich nicht so schnell an etwas neues ran. Wie kann ich sie am besten überzeugen.
Gruß Willy

Antwort: Hallo Willy! Herzlichen Glückwunsch. Nicht viele haben heute so beständige Beziehungen. Ich finde es auch schön, daß Du Dir Gedanken machst, wie neben Eurer Vertrautheit und Verbundenheit eben auch Lust und Leidenschaft gefördert werden können. Viele langjährige Paare verfallen irgendwann in eine langweilige Routine und lassen das Intimleben dann auch ganz einschlafen. Dabei gibt es wirklich viele Möglichkeiten, das Liebesleben abwechslungsreich zu gestalten. Versuche doch zunächst, etwas mehr Romantik in Eurer Ehe aufkommen zu lassen. Etwa indem Du Deiner Frau Komplimente machst, Dir überlegst, womit Du sie überraschen oder aufmuntern könntest, für gute Stimmung sorgst. Initiiere doch auch ein paar Aktivitäten außer der Reihe, etwa schick Essengehen oder eine Wochenendreise. Versuche dabei, die Vorstellungen und Wünsche Deiner Frau zu berücksichtigen. Wenn Ihr einander mehr Aufmerksamkeit schenkt und gemeinsam schöne Momente erlebt ist die Gelegenheit günstig, auch sexuell wieder mehr aufeinander zuzugehen. Da Du Deine Frau als zurückhaltend beschreibst, ist es wohl günstig, behutsam vorzugehen und sie nicht mit 1000 Vorschlägen deinerseits zu überrumpeln. Setze auch hier möglichst an den Punkten an, bei denen Du am ehesten gemeinsame Interessen vermuten kannst. Vielleicht kannst Du Deiner Frau mal eine Rücken- oder Fußmassage anbieten, oder Ihr schaut Euch gemeinsam einen Erotik-Film oder einen Wäschekatalog an oder lest gemeinsam einen Sex-Ratgeber. (Bei adultshop.de sind zu diesem Thema übrigens auch verschiedene Ratgeber als Buch, Video, DVD oder CD-Rom erhältlich). Niemand kann sexuell zu etwas "überzeugt" werden, woran er oder sie nicht von vornherein ein gewisses Interesse hat. Sei also ein schlauer Detektiv und finde heraus, in welcher Richtung die Vorlieben Deiner Frau gelagert sind.


Frage: Meine neue Freundin ist prüde. Ich bin normal veranlagt, liebe jedoch an Frauen hübsche Dessous. Strapse und Strümpfe mag ich besonders gern. Meine Freundin meint, ich wäre pervers. Wie kann ich sie überzeugen?
Ratlos

Antwort: Wenn Du Deine Freundin als "prüde" bezeichnest, und sie Dich als "pervers" tituliert, dann seid Ihr zwar im verbalen Schlagabtausch erstmal quitt, aber nicht unbedingt auf bestem Wege, Euer gemeinsames Sexleben zu verbessern. Wir alle kämpfen mit der traurigen Realität, daß andere Menschen unsere eigenen sexuellen Vorlieben leider nicht uneingeschränkt teilen. Wenn man einen neuen Partner kennenlernt, muß man erst einmal herausfinden, ob man sexuell genügend Gemeinsamkeiten findet, damit beide zufrieden sind. Ob das bei Euch der Fall ist oder nicht, wird sich zeigen. Mit Vorwürfen und Forderungen kommst Du sicher nicht weiter, sondern erzeugst nur Frust und Streit.

Erfolgversprechender ist es, wenn Ihr Euch erst einmal auf Eure bereits vorhandenen Gemeinsamkeiten besinnt. Führe Dir vor Augen, was am Sex mit Deiner Freundin Dir Spaß macht und lobe die positiven Aspekte. Finde umgekehrt heraus, welche Aspekte Eures Liebeslebens Deiner Freundin besonders viel Vergnügen bereiten. Genießt zunächst das, was Ihr schon habt, und kommt von der Frust- und Vorwurfs-Schiene wieder herunter. Wenn es Euch gelungen ist, mal ein paar schöne Nächte miteinander zu verbringen und gute Stimmung herrscht, ist der ideale Moment gekommen, um auf dieser Basis über neue erotische Spielarten zu sprechen. Frage Deine Freundin doch einmal nach ihren besonderen Wünschen und gehe so gut wie möglich auf sie ein. Stelle Deine Vorliebe für Dessous nicht als Bedingung dar, sondern biete Deiner Freundin z.B. unverbindlich an, gemeinsam einen Wäschekatalog anzuschauen und etwas auszusuchen, das ihr gefällt. Wer weiß, vielleicht ist eine schrittweise Annäherung Eurer Vorlieben möglich. Vielleicht müßt Ihr aber auch einsehen, daß Ihr sexuell halt doch nicht gut genug übereinstimmt, um ein Liebespaar zu sein.


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